Samstag, 27. Januar 2018

Religion oder Leben

"Zu guter Letzt möchte ich meinen vielen buddhistischen, christlichen, hinduistischen, jüdischen und moslemischen Freunden versichern, dass ich mich aufrichtig freue, wenn die Religion, die ihnen der Zufall beschert hat, zu ihrem Seelenfrieden beiträgt.
     Vielleicht ist es besser, unvernünftig und glücklich, als vernünftig und unglücklich zu sein. Am besten wäre es freilich, wenn Vernunft und Glück Hand in Hand gingen.
     Ob unsere Nachkommen dieses Ziel erreichen, wird die größte Frage der Zukunft sein. Durchaus möglich, dass sich mit der Antwort darauf entscheidet, ob wir überhaupt eine Zukunft haben."

Arthur C. Clarke (1917 - 2008)

Unter "Religion" wollen wir hier nur den gemeinsamen Ursprung der drei verbliebenen Cargo-Kulte Judentum, Katholizismus (stellvertretend für alles, was sich heute "christlich" nennt) und Islam verstehen, weil sich Hinduismus (mit vielen Göttern) und Buddhismus (ohne Gott) ebenfalls auflösen, sobald das "Programm Genesis" erklärt und damit wegerklärt ist. Ohne das Programm Genesis (die real existierende Matrix) wäre unsere "moderne Zivilisation" nie entstanden, denn kein vernünftiger (nicht religiös verblendeter) Mensch wäre dazu bereit, in einer fehlerhaften Makroökonomie zu arbeiten, von der er weiß, dass ein nachhaltiges Wirtschaften unmöglich...


...und der nächste Krieg systemnotwendigerweise unvermeidlich ist:


Damit also in diesem seit über 3200 Jahren andauernden und aus aufgeklärter Sicht höchst bedauerlichen Zustand der Seelenfrieden (oder das, was dafür gehalten wird) erhalten bleibt, muss so viel Unvernunft gepredigt werden, dass das Volk die im Folgenden aufgeführten Metaphern auf der linken Seite niemals mit ihren wahren Bedeutungen auf der rechten Seite in Verbindung bringt:

Gott der HERR (Jahwe) = künstlicher Archetyp "Investor"
Erde und Himmel = Angebot (Waren) und Nachfrage (Geld)
Regen / Feuchtigkeit = Geldemission / Liquidität
Lebendiger Mensch = selbständiger Unternehmer
Garten Eden (Paradies) = freie (d. h. monopolfreie) Marktwirtschaft
Früchte tragende Bäume = Gewinn bringende Unternehmungen
Baum des Lebens (ez pri ose pri: "Baum, der Frucht ist und Frucht macht") = Geldkreislauf
Baum der Erkenntnis (ez ose pri: "Baum, der Frucht macht") = Geldverleih
Frucht vom Baum der Erkenntnis = Urzins (S. Gesell) / Liquiditätsprämie (J. M. Keynes)
Mann / Adam = Sachkapital / der mit eigenem Sachkapital arbeitende Kulturmensch
Frau / Eva = Finanzkapital / der in neues Sachkapital investierende Kulturmensch
Tiere auf dem Feld = angestellte Arbeiter ohne eigenes Kapital (Zinsverlierer)
Schlange = Sparsamkeit (die Schlange erspart sich Arme und Beine)
Tod = geistiger Tod durch religiöse Verblendung
gut oder böse = egoistisch und gebildet oder selbstsüchtig und eingebildet
Erbsünde = Privatkapitalismus (Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz)
"die Frau gab ihrem Mann von der Frucht" = Übertragung des Urzinses auf das Sachkapital
"nackt" sein = mit eigener Arbeit Geld verdienen
"bekleidet" sein = als Investor von der Arbeit anderer Zins erpressen (lat.: vestis = Kleidung)
"als der Tag kühl geworden war" = Abkühlung der Konjunktur (beginnende Liquiditätsfalle)
"unter den Bäumen im Garten verstecken" = so tun, als wäre der Zins Lohn für eigene Leistung
"die Frau, die du mir zugesellt hast" = Abhängigkeit von zinsträchtiger Ersparnis
Nachkommen der Schlange / der Frau = Geldersparnisse / neue Sachkapitalien
Kopf der Schlange = Kapitalmarktzins (Sachkapitalrendite)
"unsereiner" = die nichts anderes zu tun haben, als sich an der Mehrarbeit anderer zu bereichern
Vertreibung aus dem Paradies =
Verlust der Unterscheidungsfähigkeit zwischen Marktwirtschaft und Kapitalismus
Cherubim = Denkblockaden

Anfänglich war die Religion (Rückbindung auf den künstlichen Archetyp Jahwe=Investor) dazu gedacht, den Kulturmenschen an das Geld anzupassen, solange noch niemand das Geld an den Menschen anpassen konnte:


Heute sollte das etwas sein, was zumindest seit einem Jahrhundert "ja doch nur aus einer Reihe banalster Selbstverständlichkeiten besteht" (Zitat: Silvio Gesell); doch leider geriet nach dem Verfassen des heute "ersten" Schöpfungsmythos (7-Tage-Schöpfung) der Genesis, der um 580 v. Chr. vor den ursprünglichen "zweiten" (Paradiesgeschichte) gesetzt wurde, alles esoterische Wissen um die wahre Bedeutung der Erbsünde in Vergessenheit, und die Religion mutierte vom Wahnsinn mit Methode zum Wahnsinn ohne Methode:


Seitdem befindet sich die ganze halbwegs zivilisierte Menschheit in einem Cargo-Kult,...


...in dem die Gesellschaft auf den Kopf gestellt ist,...


...die moderne Schulmedizin mehr Krankheit erzeugt, als dass sie heilt,...


...und die "hohe Politik" wirklich nicht weiß, was sie tut:


Alle "Wissenschaften" (Theologie, Politologie, Soziologie, universitäre VWL, etc.), die sich im weitesten Sinne mit dem Zusammenleben befassen, sind tatsächlich keine Wissenschaften, weil die grundlegendste zwischenmenschliche Beziehung, das Geld, seit jeher fehlerhaft ist,...


...und die allermeisten wissen noch nicht einmal, dass sie ohne Geld gar nicht existieren würden:


Also besser ein fehlerhaftes Geld (Zinsgeld mit parasitärer Wertaufbewahrungsfunktion), das zwei unvernünftige Institutionen (Politik und Religion) nach sich zieht, als gar kein Geld. Am besten wäre es freilich, den Fehler zu korrigieren, damit das Unvernünftige...

Politik: Der Versuch, etwas zu "regeln", was nicht geregelt werden kann, solange es sich durch das vom Kapitalismus befreite Spiel der Marktkräfte nicht selbst regelt.

Religion: Sündteure Marketingaktion, um dem arbeitenden Volk die Marktwirtschaft (Paradies) mit Privatkapitalismus (Erbsünde) zu verkaufen.

...in Zukunft überflüssig wird. Wer noch Zweifel daran hegt, ob dann auch wirklich Vernunft und Glück Hand in Hand gehen, findet die Bestätigung in der originalen Heiligen Schrift des Urchristentums (Gnosis = Kenntnis), die – um den Seelenfrieden zu erhalten – im 4. Jahrhundert von der "heiligen katholischen Kirche" vorsorglich verbrannt und durch die "Bildzeitung der Antike" (die vier biblischen Evangelien) ersetzt wurde:

(NHC II,2,016) Vielleicht denken die Menschen, dass ich gekommen bin, um Frieden auf die Welt zu werfen, und sie wissen nicht, dass ich gekommen bin, um Spaltungen auf die Erde zu werfen, Feuer, Schwert, Krieg. Es werden nämlich fünf in einem Hause sein. Drei werden gegen zwei und zwei gegen drei sein, der Vater gegen den Sohn und der Sohn gegen den Vater. Und sie werden als Einzelne dastehen.
(Matthäus 10,34-35) Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, Frieden zu bringen auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Denn ich bin gekommen, den Menschen zu entzweien mit seinem Vater und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter.
(NHC II,2,030) Wo drei Götter sind, sind sie Götter; wo zwei oder einer sind, - ich bin mit ihm.
(Matthäus 18,20) Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.
(NHC II,2,044) Wer den Vater lästern wird, dem wird man vergeben; wer den Sohn lästern wird, dem wird man vergeben; wer aber den heiligen Geist lästern wird, dem wird man nicht vergeben, weder auf der Erde noch im Himmel.
(Lukas 12,10) Und wer ein Wort gegen den Menschensohn sagt, dem soll es vergeben werden; wer aber den heiligen Geist lästert, dem soll es nicht vergeben werden.
(NHC II,2,055) Wer nicht seinen Vater hasst und seine Mutter, wird mir nicht Jünger sein können. Und wer seine Brüder nicht hasst und seine Schwestern und nicht sein Kreuz trägt wie ich, wird meiner nicht würdig sein.
(Matthäus 10,37-38) Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert. Und wer nicht sein Kreuz nimmt und mir nachfolgt, der ist meiner nicht wert.
(NHC II,2,105) Wer den Vater und die Mutter kennen wird, er wird Sohn der Hure genannt werden.
(unwissenschaftliche Übersetzung / "moderne" theologische Interpretation von NHC II,2,105) Wer den Vater und die Mutter kennt, kann der Sohn einer Hure genannt werden?
(NHC II,2,106) Wenn ihr die zwei zu einem macht, werdet ihr Söhne des Menschen werden. Und wenn ihr sagt: "Berg, hebe dich hinweg!", wird er verschwinden.
(Matthäus 18,19) Wenn zwei unter euch eins werden auf Erden, worum sie bitten wollen, so soll es ihnen widerfahren von meinem Vater im Himmel. (Matthäus 17,20) Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, so könnt ihr sagen zu diesem Berge: Heb dich dorthin!, so wird er sich heben; und euch wird nichts unmöglich sein.

Mutter (der Kultur) = Summe aller Ersparnisse
Hure = Finanzkapital
Brüder und Schwestern = Sach- und Finanzkapitalien mit eingeschränkter Konkurrenz
Berg = Rentabilitätshürde des Urzinses
Vater (der Kultur) = volkswirtschaftliches Kreditangebot
Sohn = Kreditnachfrage für neue Sachkapitalien
heiliger Geist = umlaufgesichertes Geld (heilig = gesichert; Geist = Geldumlauf)

(NHC II,2,113) Seine Jünger sagten zu ihm: "Das Königreich, an welchem Tag wird es kommen?" Jesus sagte: "Es wird nicht kommen, wenn man Ausschau nach ihm hält. Man wird nicht sagen: "Siehe hier oder siehe dort", sondern das Königreich des Vaters ist ausgebreitet über die Erde, und die Menschen sehen es nicht." ***

Königreich des Vaters = Natürliche Wirtschaftsordnung

*** (Silvio Gesell, Vorwort zur 3. Auflage der NWO, 1918) "Die Wirtschaftsordnung, von der hier die Rede ist, kann nur insofern eine natürliche genannt werden, da sie der Natur des Menschen angepasst ist. Es handelt sich also nicht um eine Ordnung, die sich etwa von selbst, als Naturprodukt einstellt. Eine solche Ordnung gibt es überhaupt nicht, denn immer ist die Ordnung, die wir uns geben, eine Tat, und zwar eine bewusste und gewollte Tat."

Wie ersichtlich, war also nicht Friedrich Nietzsche "Der Antichrist",...

"Ich heiße das Christentum den Einen großen Fluch, die Eine große innerlichste Verdorbenheit, den Einen großen Instinkt der Rache, dem kein Mittel giftig, heimlich, unterirdisch, klein genug ist, - ich heiße es den Einen unsterblichen Schandfleck der Menschheit…"

...sondern es ist die ganze halbwegs zivilisierte Menschheit, die sich "christlich" nennt - und von der eine bewusste und gewollte Tat kaum zu erwarten ist, solange der "Normalbürger" glaubt, dass arbeitsfreie Kapitaleinkommen (Zinsen, Renditen, private Bodenrenten und Spekulationsgewinne) wohl auf "Apfelbäumchen" wachsen und nicht durch die Mehrarbeit anderer. Viele versuchen daher ihr Glück im modernen "God-mode-trading", anstatt sich mit Sinnvollem zu beschäftigen:

"Das lange Warten hat ein Ende. Jetzt hat sich auch der Dax der Rekordjagd anderer Marktbarometer - darunter die deutschen Nebenwerte- und die US-Indizes - angeschlossen. Und der Dax stieg am Dienstag nicht nur über die bisherige Bestmarke von 13526 Zählern, sondern nahm mit seinem Höchststand von 13597 gleich auch noch die Marke von 13600 ins Visier. Dass der lange zaudernde Index nun mit Macht auf neue Höhen durchgebrochen ist, zeigt, dass Nachholbedarf bestand beziehungsweise der Rekord überfällig war. Früher oder später musste der Sog des amerikanischen Aktienmarktes, dessen Indizes seit Monaten beinahe täglich Bestmarken aufstellen, seine Wirkung entfalten und der ausgeweitete Bewertungsaufschlag des US- auf den deutschen Markt ein Stück weit geschlossen werden.
     Treibende Kraft hinter der globalen Jahresanfangshausse ist das sich derzeit immer besser darstellende konjunkturelle Umfeld. So hat jetzt der Internationale Währungsfonds seine Prognosen teilweise deutlich angehoben. Für das globale Wachstum der Jahre 2018 und 2019 hat sich seine Annahme im Vergleich zum Herbst 2017 jeweils um 0,2 Prozentpunkte auf 3,9% erhöht. Gerade dem deutschen Aktienmarkt mit seinen stark vom Weltwirtschaftswachstum abhängigen Unternehmen kommt das zugute. Deutschland zählt denn auch zu den Ländern, deren Prognosen am deutlichsten erhöht wurden, nämlich um jeweils 0,5 Prozentpunkte für die Jahre 2018 und 2019 auf 2,3% und 2%. Die gestern veröffentlichte ZEW-Umfrage ergab, dass die Finanzmarktexperten die gegenwärtige konjunkturelle Lage in Deutschland so positiv beurteilen wie noch nie. Die Folge der Kombination aus zunehmenden Erwartungen für das Wachstum beziehungsweise für die Unternehmensgewinne sowie nach wie vor niedrigen Zinsen: Aktienfonds fließen derzeit in enormem Umfang Mittel zu.
     Das Umfeld spricht dafür, dass sich der globale Aktienaufschwung noch fortsetzen und der Dax sich in den nächsten Monaten auch der Marke von 14000 Zählern annähern wird. Doch nähert sich damit auch der Moment, an dem an Gewinnmitnahmen gedacht werden sollte. Gerade wenn es am schönsten ist, zeigt die Erfahrung, soll man gehen beziehungsweise erzielt man für Aktien die besten Preise. Auch werden sich bei weiter steigenden Bewertungen zusehends die Risiken erhöhen, die Warnsignale mehren sich. Der Aktienmarkt hat seit einer sehr ungewöhnlich langen Zeit keine richtige Korrektur erlebt. Auch sie ist überfällig."


Aber alles hat einmal ein Ende, auch die Religion, und wenn es nicht durch Einsicht geschieht, geht es auch so:


Mit dem bevorstehenden evident werden der globalen Liquiditätsfalle (Armageddon) verbleiben nur zwei Möglichkeiten:

a) schnellstmögliche Verwirklichung der Natürlichen Wirtschaftsordnung
b) Rückfall in die Steinzeit

Als Möglichkeit c) wäre noch der finale Atomkrieg zu nennen (ein Knopfdruck genügt und die "hohe Politik" ist dafür mit Sicherheit dumm genug), aber es lohnt sich nicht, darüber nachzudenken. Der Atomkrieg ist auch nicht erforderlich, damit über 90% aller heute auf diesem Planeten lebenden Menschen innerhalb kurzer Zeit verhungern und der überlebende Rest die letzten 10.000 Jahre Kulturentwicklung noch einmal durchlaufen darf. Bricht der Geldkreislauf und damit die gesamte Arbeitsteilung zusammen, ist man schneller im "Mad-Max"-Szenario, als dass der berühmte "rote Knopf" noch gedrückt werden könnte.

Bei Möglichkeit a) liegt die Betonung auf schnellstmögliche Verwirklichung – und hätte ich nicht schon seit 2007 genau durchdacht, wie eine freiwirtschaftliche Geld- und Bodenreform praktisch durchzuführen ist, ohne dabei eine Katastrophe in der Katastrophe auszulösen,...


…müsste die halbwegs zivilisierte Menschheit jede Hoffnung auf eine lebenswerte Zukunft aufgeben! Denn an Universitäten (Verdummungsanstalten) ist "Die Natürliche Wirtschaftsordnung durch Freiland und Freigeld" (Silvio Gesell, 1916) unbekannt, und wer erst dann mit dem Denken anfängt, wenn die durch staatliche Investitionspolitik und Geldmengenausweitung bis zum "geht nicht mehr" hinausgezögerte Zinsgeld-Ökonomie endgültig zusammenbricht, hat schon verloren.

(NHC III,5) Der Herr sagte: "Ihr habt alle Dinge verstanden, die ich euch gesagt habe, und ihr habt sie im Glauben angenommen. Wenn ihr sie erkannt habt, dann sind sie die Eurigen. Wenn nicht, dann sind sie nicht die Eurigen."

Und damit Herzlich Willkommen beim Jüngsten Gericht.


Stefan Wehmeier, 27.01.2018 


Download:
Religion oder Leben 




Freitag, 5. Januar 2018

Zukunftsorientiertes Denken



Die Lage zum Jahresbeginn 2018 scheint extrem widersprüchlich: Die Wirtschaft wächst, die Aktienmärkte verzeichnen Rekordstände, die Arbeitslosenzahlen sinken und die Industrie zeigt ein seit langem nicht gesehenes Maß an Optimismus.
    Zugleich erstickt die Welt unter der höchsten Schuldenlast ihrer Geschichte, krankt an der größten sozialen Ungleichheit und wird von höheren Risiken als vor der Krise von 2007/2008 bedroht.
    Wo stehen wir denn nun wirklich? fragen sich die meisten von uns zum Jahreswechsel. Können wir beruhigt in die Zukunft sehen oder drohen historische Gefahren? Gibt es irgendeine Wirtschaftstheorie, die uns diese Fragen klar und deutlich beantworten kann? Nein, die gibt es nicht. Und zwar aus einem einfachen Grund: Weil wir in einer Ausnahmesituation leben, die die Welt so noch nicht gesehen hat: Das globale Wirtschafts- und Finanzsystem ist seit 2008 klinisch tot. Es funktioniert nur noch, weil es wie ein Patient auf der Intensivstation künstlich am Leben erhalten wird, und zwar durch die Zentralbanken.
    Seit dem Beinahe-Zusammenbruch von 2008 haben die größten Zentralbanken der Welt zwischen 14 und 16 Billionen US-Dollar ins globale Finanzsystem gepumpt und fast siebenhundert Mal die Zinsen gesenkt. Der größte Teil dieses "billigen" Geldes ist in die Finanzspekulation geflossen und hat so für eine historisch nie dagewesene Verzerrung der Märkte gesorgt.
    Konnte man früher davon ausgehen, dass Aktienkurse etwas über die Gesundheit eines Unternehmens aussagen, so ist es damit vorbei: Großkonzerne in aller Welt haben das billige Geld genutzt, um eigene Aktien zurückzukaufen und deren Kurse künstlich in die Höhe zu treiben. Sagten früher die Kosten und Zinserträge von Staatsanleihen etwas über die wirtschaftliche und finanzielle Stärke eines Landes aus, so gehört auch das der Vergangenheit an: Die Zentralbanken haben ganze Länder vor dem Bankrott gerettet, indem sie deren Anleihen zu überhöhten Preisen aufgekauft und durch künstlich geschaffene Nachfrage Märkte erzeugt haben, wo es eigentlich keine mehr gab.
    Doch das ist nicht alles: Inzwischen greifen die Zentralbanken auch direkt in die Aktienmärkte ein und sorgen dafür, dass sogar ins Schlingern geratene Unternehmen über Wasser gehalten und andere weit über ihrem tatsächlichen Wert gehandelt werden. Die Schweizer Nationalbank (SNB) zum Beispiel ist inzwischen Großaktionär bei Apple, Alphabet, Microsoft, Amazon und Facebook und hält zur Jahreswende 2017/2018 US-Aktien im Wert von 91 Milliarden Dollar. Nur zur Erinnerung: Die SNB kann das Geld, mit dem sie Aktien kauft, selber schaffen...
    Das alles heißt: Wir leben in einem durch Geldschöpfung und Zinssenkung künstlich angetriebenen und aufgeblähten System. Das aber hat fatale Nebenwirkungen, denn Zentralbanken funktionieren nach denselben Prinzipien wie der Rest unseres Wirtschafts- und Finanzsystems: Das Geld, das sie schöpfen, wird nicht verschenkt, sondern muss zurückgezahlt werden. Es erhöht also stetig den globalen Schuldenberg.
    Um die Bedienung dieser Schulden zu erleichtern, gibt es nur ein bewährtes Mittel: das Anheizen der Inflation. Das Ansteigen des allgemeinen Preisniveaus führt dazu, dass die Höhe der Schulden im Verhältnis zu den übrigen Geldwerten sinkt. Doch die Herbeiführung einer solchen Inflation erfordert genau die Mittel, die seit 2008 angewandt wurden: Geldschöpfung und Zinssenkung.
    Obwohl die Zentralbanken in aller Welt seit einiger Zeit ankündigen, ihre Geldpolitik nach zehn Jahren des billigen Geldes wieder straffen zu wollen (und – wie die FED - einige sehr zaghafte Versuche in diese Richtung unternommen haben), können sie diesen Weg nicht weiter beschreiten, ohne dass ihnen der größte Schuldenberg in der Geschichte in die Quere kommt. Ihn zu ignorieren, hätte den Bankrott zahlloser Schuldner zur Folge, würde riesige Löcher in die Kassen der Gläubiger reißen und das System in die nächste, möglicherweise noch schwerere Krise als 2007/2008 stürzen.
    Die Situation, in der wir stecken, lässt sich also folgendermaßen beschreiben: Die Zentralbanken haben sich auf eine Geldpolitik eingelassen, die an der Oberfläche zwar einige positive Phänomene erzeugt, die sich aber nicht rückgängig machen lässt, ohne das System als Ganzes zum Einsturz zu bringen.
    Anders ausgedrückt: Das globale Finanzsystem gleicht einem Suchtkranken, der auf Grund von Drogeninjektionen immer wieder kurze Aufschwungphasen erlebt, dessen Organe aber von Mal zu Mal stärker geschädigt werden und die irgendwann – ohne Vorankündigung - ihren Dienst versagen werden.
    Wann das sein wird – ob 2018 oder später – kann niemand voraussagen. Nur eines ist sicher: Die Mittel der Manipulation, die den Zentralbanken zur Verfügung stehen, sind weitgehend ausgereizt. Nach Niedrig- und Nullzinsen bleiben nur noch Negativzinsen – und damit die Zerstörung des klassischen Bankgeschäftes, nämlich der Kreditvergabe – und nach der Flut neu geschaffenen Geldes bleibt nur die Schaffung von noch mehr Geld – und damit der direkte Weg in die Hyperinflation.



Das Internet-Portal mmnews ist beeinflusst von der so genannten "Österreichischen Schule der Nationalökonomie", die ebenso wie der Mainstream, der sich am Keynesianismus orientiert (das Elend hinauszuzögern gelingt nur mit höherer Staatsverschuldung und Geldmengenausweitung), nicht ansatzweise über das (noch) bestehende zivilisatorische Mittelalter hinaus denken kann. Im Unterschied zum Mainstream, der die Maßnahmen der "hohen Politik" noch immer für sinnvoll hält, besteht dieser Aberglaube hier aber nicht, sodass zumindest erahnt wird, in welcher ungeheuren Gefahr sich die ganze halbwegs zivilisierte Menschheit aktuell befindet.

Es ist geradezu die Definition des Mainstream, immer zu glauben, alles sei "grundsätzlich in Ordnung" und es müssten nur einige oberflächliche Probleme behoben werden, damit es für alle eine Zukunft gibt. Nichts könnte falscher sein als dieser blinde Glaube, insbesondere in der gegenwärtigen Situation. Tatsächlich ist schon seit dem Beginn der Zeitrechnung etwas ganz Grundsätzliches nicht in Ordnung, und daraus erwachsen monokausal alle Zivilisationsprobleme, die sich überhaupt thematisieren lassen! Das größte Wunder ist, dass die halbwegs zivilisierte Menschheit bis heute überleben konnte, und sollte es nicht gelingen, die "Mutter aller Zivilisationsprobleme" rechtzeitig zu überwinden, wird die Weltbevölkerung in kurzer Zeit auf wenige Prozent zusammenschrumpfen und der überlebende Rest darf die letzten 10.000 Jahre Kulturentwicklung noch einmal durchlaufen. Der finale Atomkrieg ist dafür nicht erforderlich.

Es ist nicht wahrscheinlich, sondern sicherer als das Amen in der Kirche, dass der endgültige Zusammenbruch der Weltwirtschaft kurz bevorsteht und es dann keine "politischen Maßnahmen" mehr geben wird, um den Rückfall in die Steinzeit ("Mad-Max"-Szenario) aufzuhalten. Die Ursache ist ein seit jeher fehlerhaftes Geld (in Verbindung mit einer fehlerhaften Bodenordnung), das gänzlich unreflektiert dem Edelmetallgeld der Antike nachgeäfft wurde. Zwar steht das Wissen heute längst zur Verfügung, um die Geld- und die Bodenordnung in richtiger Weise zu korrigieren, jedoch musste vor unserer Zeitrechnung die aus dem Systemfehler entstehende Ungerechtigkeit aktiv aus dem Begriffsvermögen des arbeitenden Volkes ausgeblendet werden, damit das, was sich heute "moderne Zivilisation" nennt, überhaupt entstehen konnte. Die Volksverdummung (Programmierung des kollektiv Unbewussten) funktioniert in der Weise, dass die im Folgenden aufgeführten Metaphern auf der linken Seite mit allem anderen in Verbindung gebracht werden, als ihren jeweils richtigen Bedeutungen auf der rechten Seite:

Gott der HERR (Jahwe) = künstlicher Archetyp "Investor"
Erde und Himmel = Angebot (Waren) und Nachfrage (Geld)
Regen / Feuchtigkeit = Geldemission / Liquidität
Lebendiger Mensch = selbständiger Unternehmer
Garten Eden (Paradies) = freie (d. h. monopolfreie) Marktwirtschaft
Früchte tragende Bäume = Gewinn bringende Unternehmungen
Baum des Lebens (ez pri ose pri: "Baum, der Frucht ist und Frucht macht") = Geldkreislauf
Baum der Erkenntnis (ez ose pri: "Baum, der Frucht macht") = Geldverleih
Frucht vom Baum der Erkenntnis = Urzins (S. Gesell) / Liquiditätsprämie (J. M. Keynes)
Mann / Adam = Sachkapital / der mit eigenem Sachkapital arbeitende Kulturmensch
Frau / Eva = Finanzkapital / der in neues Sachkapital investierende Kulturmensch
Tiere auf dem Feld = angestellte Arbeiter ohne eigenes Kapital (Zinsverlierer)
Schlange = Sparsamkeit (die Schlange erspart sich Arme und Beine)
Tod = geistiger Tod durch religiöse Verblendung
gut oder böse = egoistisch und gebildet oder selbstsüchtig und eingebildet
Erbsünde = Privatkapitalismus (Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz)
"die Frau gab ihrem Mann von der Frucht" = Übertragung des Urzinses auf das Sachkapital
"nackt" sein = mit eigener Arbeit Geld verdienen
"bekleidet" sein = als Investor von der Arbeit anderer Zins erpressen (lat.: vestis = Kleidung)
"als der Tag kühl geworden war" = Abkühlung der Konjunktur (beginnende Liquiditätsfalle)
"unter den Bäumen im Garten verstecken" = so tun, als wäre der Zins Lohn für eigene Leistung
"die Frau, die du mir zugesellt hast" = Abhängigkeit von zinsträchtiger Ersparnis
Nachkommen der Schlange / der Frau = Geldersparnisse / neue Sachkapitalien
Kopf der Schlange = Kapitalmarktzins (Sachkapitalrendite)
"unsereiner" = die nichts anderes zu tun haben, als sich an der Mehrarbeit anderer zu bereichern
Vertreibung aus dem Paradies =
Verlust der Unterscheidungsfähigkeit zwischen Marktwirtschaft und Kapitalismus
Cherubim = Denkblockaden

Der eigentliche Beginn der menschlichen Zivilisation setzt die "Auferstehung aus dem geistigen Tod der Religion" voraus. Anderenfalls wäre die freie Marktwirtschaft ohne Privatkapitalismus (Natürliche Wirtschaftsordnung = echte Soziale Marktwirtschaft) – und damit allgemeiner Wohlstand auf kaum noch vorstellbarem technologischem Niveau, eine saubere Umwelt und der Weltfrieden bei einem Höchstmaß an persönlicher Freiheit – seit über einem Jahrhundert Realität:


Soviel zur Behauptung der "Österreichischen Schule", es gäbe bis heute keine Wirtschaftstheorie, die alle Fragen beantwortet. Rein technisch gesehen wäre die Natürliche Wirtschaftsordnung sogar schon sehr viel früher zu verwirklichen gewesen, und wo wir dann heute wären, sprengt jedes Vorstellungsvermögen! Die "heilige katholische Kirche" zog es aber vor, statt der originalen Gleichnisse des Jesus von Nazareth die "Bildzeitung der Antike" (die vier biblischen Evangelien) zu verbreiten und damit den Jüngsten Tag auf den sprichwörtlichen "jüngsten Tag" zu verschieben:

(NHC II,2,016) Vielleicht denken die Menschen, dass ich gekommen bin, um Frieden auf die Welt zu werfen, und sie wissen nicht, dass ich gekommen bin, um Spaltungen auf die Erde zu werfen, Feuer, Schwert, Krieg. Es werden nämlich fünf in einem Hause sein. Drei werden gegen zwei und zwei gegen drei sein, der Vater gegen den Sohn und der Sohn gegen den Vater. Und sie werden als Einzelne dastehen.
(Matthäus 10,34-35) Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, Frieden zu bringen auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Denn ich bin gekommen, den Menschen zu entzweien mit seinem Vater und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter.
(NHC II,2,030) Wo drei Götter sind, sind sie Götter; wo zwei oder einer sind, - ich bin mit ihm.
(Matthäus 18,20) Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.
(NHC II,2,044) Wer den Vater lästern wird, dem wird man vergeben; wer den Sohn lästern wird, dem wird man vergeben; wer aber den heiligen Geist lästern wird, dem wird man nicht vergeben, weder auf der Erde noch im Himmel.
(Lukas 12,10) Und wer ein Wort gegen den Menschensohn sagt, dem soll es vergeben werden; wer aber den heiligen Geist lästert, dem soll es nicht vergeben werden.
(NHC II,2,055) Wer nicht seinen Vater hasst und seine Mutter, wird mir nicht Jünger sein können. Und wer seine Brüder nicht hasst und seine Schwestern und nicht sein Kreuz trägt wie ich, wird meiner nicht würdig sein.
(Matthäus 10,37-38) Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert. Und wer nicht sein Kreuz nimmt und mir nachfolgt, der ist meiner nicht wert.
(NHC II,2,105) Wer den Vater und die Mutter kennen wird, er wird Sohn der Hure genannt werden.
(unwissenschaftliche Übersetzung / "moderne" theologische Interpretation von NHC II,2,105) Wer den Vater und die Mutter kennt, kann der Sohn einer Hure genannt werden?
(NHC II,2,106) Wenn ihr die zwei zu einem macht, werdet ihr Söhne des Menschen werden. Und wenn ihr sagt: "Berg, hebe dich hinweg!", wird er verschwinden.
(Matthäus 18,19) Wenn zwei unter euch eins werden auf Erden, worum sie bitten wollen, so soll es ihnen widerfahren von meinem Vater im Himmel. (Matthäus 17,20) Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, so könnt ihr sagen zu diesem Berge: Heb dich dorthin!, so wird er sich heben; und euch wird nichts unmöglich sein.

Mutter (der Kultur) = Summe aller Ersparnisse
Hure = Finanzkapital
Brüder und Schwestern = Sach- und Finanzkapitalien mit eingeschränkter Konkurrenz
Berg = Rentabilitätshürde des Urzinses
Vater (der Kultur) = volkswirtschaftliches Kreditangebot
Sohn = Kreditnachfrage für neue Sachkapitalien
heiliger Geist = umlaufgesichertes Geld (heilig = gesichert; Geist = Geldumlauf)

(NHC II,2,113) Seine Jünger sagten zu ihm: "Das Königreich, an welchem Tag wird es kommen?" Jesus sagte: "Es wird nicht kommen, wenn man Ausschau nach ihm hält. Man wird nicht sagen: "Siehe hier oder siehe dort", sondern das Königreich des Vaters ist ausgebreitet über die Erde, und die Menschen sehen es nicht." ***

Königreich des Vaters = Natürliche Wirtschaftsordnung

*** (Silvio Gesell, Vorwort zur 3. Auflage der NWO, 1918) "Die Wirtschaftsordnung, von der hier die Rede ist, kann nur insofern eine natürliche genannt werden, da sie der Natur des Menschen angepasst ist. Es handelt sich also nicht um eine Ordnung, die sich etwa von selbst, als Naturprodukt einstellt. Eine solche Ordnung gibt es überhaupt nicht, denn immer ist die Ordnung, die wir uns geben, eine Tat, und zwar eine bewusste und gewollte Tat."

Im Grunde ist das bisher an dieser Stelle Gesagte schon ausreichend, damit ein selbständig denkender Mensch sich alles Weitere selbst herleiten kann. Aber unabhängig von "Glaube" (Cargo-Kult) oder "Unglaube" (Ignoranz) erzeugt die Religion (traditionelle Rückbindung auf den künstlichen Archetyp Jahwe=Investor) eine beliebige Anzahl von Vorurteilen, sodass alles, was im Nachhinein betrachtet "ja doch nur aus einer Reihe banalster Selbstverständlichkeiten besteht" (Zitat: Silvio Gesell), zunächst "maximal unglaubhaft" erscheint. Erfahrungsgemäß ist daher nicht nur das einmalige, sondern das mehrmalige Lesen von 1000 Textseiten erforderlich, bis die historisch gewachsenen Vorurteile soweit abgebaut sind, dass mit dem selbständigen Denken überhaupt angefangen werden kann:


Wer sich bewusst macht, dass die Zinsgeld-Ökonomie am Ende ist, muss mit der Angst leben, dass schlimmstenfalls die Natürliche Wirtschaftsordnung nicht rechtzeitig verwirklicht werden kann, bevor der Rückfall in die Steinzeit unvermeidlich wird. Hier nicht den Kopf in den Sand zu stecken, sondern ohne Illusionen dennoch positiv in die Zukunft zu denken, fällt zunächst schwer.

Was anfangs Überwindung erfordert, wird jedoch im weiteren Verlauf des Erkenntnisprozesses immer einfacher und verschafft im wahrsten Sinn des Wortes Erleichterung, weil erstens alle zuvor als "unlösbar" geglaubten Fragen klar beantwortet werden und es zweitens wieder eine Zukunft gibt, die alles in den Schatten stellen wird, was sich bisher darüber erträumen ließ.


Stefan Wehmeier, 06.01.2018