Montag, 25. April 2011

wirtschaftliche Freiheit

echte Soziale Marktwirtschaft

"Wie ersichtlich, basiert die wirtschaftliche Freiheit auf dem Grundsatz des freien Wettbewerbes. Er ist der zentrale Freiheitsbegriff, um den sich alle anderen Freiheiten anordnen. Frei ist, wer wirtschaftlich frei ist; und wirtschaftlich frei ist, wer sich ungehindert am Wettbewerb beteiligen kann. Umgekehrt ist unfrei, wer an der Teilnahme am Wettbewerb gehindert oder gar vom Wettbewerb ausgeschlossen ist. Wirtschaftliche Freiheit und damit das Fundament der Freiheit überhaupt ist nichts anderes als das Recht zur Beteiligung am Wettbewerb.
Was dagegen heute die so genannte Freiheit ausmacht, ist die Freiheit politischer Art, die vorwiegend darin besteht, bei irgendeiner Abstimmung, die meist zu Unrecht die Bezeichnung "Wahl" führt, Ja oder Nein sagen oder irgendeinen Zettel abgeben zu dürfen. Diese politische Freiheit ist vergleichsweise bedeutungslos; sie kann, ebenso wie die persönliche Freiheit und die Freiheit der Religionsausübung, ohne die wirtschaftliche Freiheit gewährt werden und ist dann ein Torso.
Während die wirtschaftliche Freiheit nach dem Gesagten die persönliche Freiheit automatisch mit einschließt, können umgekehrt - wie das Vorhandensein des Proletariats schlagend beweist - persönliche, religiöse und politische Freiheitsrechte bestehen, zugleich aber die entscheidende wirtschaftliche Freiheit der Beteiligung am Wettbewerb vorenthalten und damit der wirtschaftlichen Ausbeutung der Freiheitsberaubten Tür und Tor geöffnet werden."

Otto Valentin, aus "Die Lösung der Sozialen Frage", 1952

Das ist auf den Punkt gebracht das ganze Dilemma der "Liberalen" des 21. Jahrhunderts: Sie haben vergessen, was Freiheit überhaupt bedeutet, und sie haben nie begriffen, wie die zentrale Freiheit, die wirtschaftliche Freiheit in einem monopolfreien Markt (echte Soziale Marktwirtschaft), zu verwirklichen ist.

Die Ordoliberalen der 1950er Jahre kannten wenigstens noch die richtige Definition der Sozialen Marktwirtschaft: eine freie Marktwirtschaft ohne Kapitalismus, die den Sozialstaat gar nicht nötig hat, weil sie prinzipbedingt für natürliche Vollbeschäftigung sorgt, unabhängig vom jeweiligen Stand der Technologie.

Daraus wurde, wie wir wissen, eine kapitalistische Marktwirtschaft mit angehängtem Sozialstaat - und wäre es auch dann geworden, wenn die Ordoliberalen ihre damaligen Forderungen einer "umfassenden Antimonopolgesetzgebung" und so genannter "Korrekturen der Einkommensverteilung" in vollem Umfang hätten durchsetzen können!

Ein monopolfreier Markt, in der jeder freien Zugang zum Wettbewerb hat, lässt sich nicht durch Verbote realisieren, denn diese können den Wettbewerb nur noch weiter einschränken! Diese Vorgehensweise, nach der die heutigen "Liberalen" - so wie alle anderen politischen Parteien - ausschließlich verfahren, ist eben nicht liberal, sondern entspricht ganz im Gegenteil der kurzsichtigen Denkweise des Sozialismus:

"Aus dem offenkundigen Versagen des historischen Liberalismus erwuchs die sozialistische Bewegung mit dem Ziel, die missbrauchten Freiheitsrechte einzuschränken zugunsten der Gesamtheit und besonders zugunsten der wirtschaftlich Schwachen. Diese Zielsetzung beruht jedoch auf einem Denkfehler; denn der historische Liberalismus versagte nicht, weil er zuviel, sondern weil er zuwenig Freiheit verwirklichte."

Dr. Ernst Winkler, aus "Theorie der Natürlichen Wirtschaftsordnung", 1952

Die "Liberalen" rudern zurück und nicht nach vorn. Um nach vorn in Richtung Freiheit und Marktgerechtigkeit zu kommen, muss die Marktwirtschaft vom parasitären Gegenprinzip des Privatkapitalismus befreit werden; aber nicht durch eine Einschränkung der Freiheitsrechte in Richtung planwirtschaftliche Diktatur (Totalitarismus bzw. Staatskapitalismus), sondern durch die Beseitigung der beiden primären Monopole Geld und Boden, die seit jeher die wirtschaftliche Freiheit - von einem Krieg bis zum nächsten - einschränken, und die den "Denkfehler Sozialismus" überhaupt erst haben entstehen lassen!

Der "Liberale", der gar nicht weiß, was wirtschaftliche Freiheit bedeutet, missbraucht die Reste, die es davon noch gibt, um unverdiente Knappheitsgewinne (Zinsen, Renditen und private Bodenrenten) auf Kosten der Mehrarbeit anderer zu erpressen, und nennt das dann "Freiheit". Dass der "Rest" der Gesellschaft das nicht mehr versteht und dann aus lauter Verzweiflung den "Denkfehler Sozialismus" wählt, sollte einleuchten. Und es sollte ebenfalls einleuchten, dass die Eliminierung des Privatkapitalismus nicht etwa den technologischen Fortschritt hemmt, sondern ganz im Gegenteil diesen erst entfesselt, weil verdiente Knappheitsgewinne aufgrund technischer Innovation (der eigentliche Antrieb unternehmerischen Handelns) jetzt nicht mehr durch unverdiente Knappheitsgewinne von "großen Investoren" geschmälert werden.

Die echte Soziale Marktwirtschaft entspricht exakt der Natürlichen Wirtschaftsordnung, die Silvio Gesell bereits 1916 vollständig und widerspruchsfrei beschrieben hatte:

www.deweles.de/files/soziale_marktwirtschaft.pdf

Über alles andere braucht niemand mehr nachzudenken, denn es hat mit wirtschaftlicher Freiheit nichts zu tun. Warum ist das so schwer zu verstehen? Fragen Sie die "heilige katholische Kirche":

Montag, 11. April 2011

Die "hohe Politik" und das Geld


„Der Ratlosigkeit der führenden deutschen Kreise steht die Hoffnungslosigkeit der breiten Massen gegenüber. Die Regierung, die Parteien, die Wissenschaftler, voran die Professoren, sind am Ende ihres Lateins, das offenbar nie etwas anderes als Schwindel gewesen ist.
    Die Wirtschaftsordnung, die Gesellschaftsordnung, der Staat sind, das sieht man jetzt endlich ein, auf dem Geldwesen, auf der Währung aufgebaut. Mit der Währung steht und fällt der Staat, und zwar nicht nur der Staat, wie ihn die herrschende Schicht zu Herrschaftszwecken errichtet hat, sondern der Staat schlechthin, der Staat der Bürokraten, der Sozialisten, sogar der „Staat“ der Anarchisten. Denn mit dem Sturz der Währung hört jedes höhere Gesellschaftsleben einfach auf, und wir fallen in die Barbarei zurück, wo es keinen Streit um Staatsformen gibt.“                                                          

Silvio Gesell, 1930

Aus dem Blickwinkel einer antiquierten Gesellschaftsordnung heraus, die seit jeher auf einer fehlerhaften Geld- und Bodenordnung basiert, sind die sich zuspitzenden Probleme der Gegenwart kaum zu verstehen – und zwar umso weniger, je höher die „gesellschaftliche Position“ desjenigen ist, der sich um eine Lösung dieser Probleme bemüht. Seit dem Beginn der „Finanzkrise“ im Herbst 2008 beweisen alle Bemühungen, die Lage in den Griff zu bekommen, dass die „hohe Politik“ unfähig bleibt, die grundlegendste zwischenmenschliche Beziehung, das Geld, aus eigener Anschauung zu verstehen.
    Das Wissen, um Wirtschaftskrisen generell zu vermeiden, war spätestens 1916 vollständig vorhanden. Statt es anzuwenden und heute auf einem globalen Zivilisationsniveau zu leben, das bestenfalls erahnen kann, wer die „Großen Vier“ (Heinlein, Asimov, Lem, Clarke) vollständig gelesen hat, wurden Massenarmut, Krieg und Umweltzerstörung in Kauf genommen, um heute vor der größten anzunehmenden Katastrophe der Kulturgeschichte zu stehen, die von den „Verantwortlichen“ ebenso wenig gesehen wird wie der Fehler im Geld:


Ein Berufspolitiker denkt nicht darüber nach, wie im Gedeihen des Ganzen der eigene Nutzen am besten zu verankern ist, sondern er will Macht auf Kosten der Machtlosigkeit anderer ausüben. Darin unterscheidet er sich nicht von einem Zinsgewinner (Kapitalist), der ein arbeitsfreies Kapitaleinkommen auf Kosten der Mehrarbeit anderer erpresst, und er ist wie dieser auf eine a priori fehlerhafte (kapitalistische) Makroökonomie angewiesen, um seine albernen Machtspielchen betreiben zu können.
    Wie schon Mayer Amschel Rothschild (1744 – 1812) sagte: „Gebt mir die Kontrolle über die Währung einer Nation, dann ist es für mich gleichgültig, wer die Gesetze macht.“ Davon ist ein gewisser Herr Schäuble zwar noch weit entfernt, aber es ist offensichtlich genau dieser naive Wunschtraum, der seinen Pamphleten zugrunde liegt:

Stabiler Euro durch gestärkten Stabilitäts- und Wachstumspakt
Deutschland profitiert von einem starken Euro, weil er bei uns für Wachstum und Arbeitsplätze sorgt: Die exportabhängige deutsche Wirtschaft profitiert davon, dass es innerhalb der Eurozone keine Wechselkursschwankungen mehr gibt. Der Euro hat zu einer Vertiefung des europäischen Binnenmarktes mit inzwischen mehr als 500 Mio. Verbrauchern geführt, die 60 Prozent aller deutschen Exporte abnehmen.

Solange noch Zinsgeld verwendet wird, haben freie Wechselkurse zwischen Staaten (Währungsräume) mit unterschiedlicher Wirtschaftsleistung den Sinn, die Unterschiede nicht zu groß werden zu lassen. Die Schwachen können ihre Landeswährung gegenüber den Starken abwerten, um ihre Außenhandelsbilanz wieder zu verbessern und nicht frühzeitig in eine dauernde Abhängigkeit zu den Starken zu geraten.
    Mit der Einführung der Einheitswährung „Euro“ wurde dieser Ausgleich zwischen den europäischen Staaten ausgeschaltet, sodass Deutschland tatsächlich davon „profitiert“; allerdings nur auf Kosten einer Mehrverschuldung der schwächeren Mitgliedsstaaten. Dass ein gemeinsames Zinsgeld nicht zu Frieden und Stabilität in Europa führen kann, sondern das genaue Gegenteil bewirkt, ist für denkende Menschen einsichtig, nicht aber für Politiker:  

Doch ein starker Euro braucht ein starkes Fundament: Solide Staatsfinanzen in Europa sind unverzichtbar. Es kommt jetzt darauf an, Regelungen zu schaffen, die dies glaubwürdig absichern. Aus Sicht des Bundesfinanzministeriums ist das mit den Beschlüssen der Staats- und Regierungschefs vom 24./25. März 2011 erfolgreich gelungen.

Solide Staatsfinanzen sind in einer Zinsgeld-Ökonomie auf Dauer unmöglich. Weil die Geldvermögen der Reichen durch den Zinseszinseffekt exponentiell ansteigen, entsteht auf der Kehrseite der Medaille eine spiegelbildliche Verschuldung von Mittelstand und Staat. Sobald der Mittelstand die Zinslast nicht mehr tragen kann, muss sich der Staat weiter verschulden, um das Zinsgeld in Bewegung zu halten. Mit dem „starken Euro“ kann Deutschland (noch) „solide Staatsfinanzen“ wahren, treibt damit aber andere Länder (Griechenland, Irland, Portugal) in die Überschuldung und Abhängigkeit (Zinssklaverei).

Für mehr Stabilität und Solidität in der Eurozone wird eine Reform des Europäischen Stabilitäts- und Wachstumspaktes sorgen. In Zukunft werden die Euroländer einen verbindlichen Pfad hin zu einem ausgeglichenen Haushalt akzeptieren müssen. Sanktionen werden bei Regelverstößen früher und schneller verhängt und quasi automatisiert, und der Schuldenstand eines Landes wird eine wichtigere Rolle spielen.

Die Zinszahlungen der „dritten Welt“ an die „erste Welt“ übertreffen die gesamte so genannte Entwicklungshilfe etwa um den Faktor 30. In den vergangenen Jahrzehnten hielten sich die führenden Industrienationen die Entwicklungsländer als Zinssklaven, um ihren eigenen Lebensstandard einigermaßen halten zu können. Heute reicht dies nicht mehr aus, sodass Länder wie Deutschland damit anfangen, sich unter dem Deckmantel von „mehr Stabilität und Solidität in der Eurozone“ überschuldete europäische Mitgliedsstaaten als Zinssklaven zu halten. Diese werden mit Zinsgeld-Krediten „gerettet“, unter der Bedingung, dass sie „Sparprogramme“ einhalten, die ihre Wirtschaft weiter erdrosseln. Die „Sparprogramme“ können in einer Zinsgeld-Ökonomie prinzipiell nicht eingehalten werden, und für diese „Regelverstöße“ müssen dann zusätzliche Strafgelder an die „Solidargemeinschaft“ gezahlt werden. Dies nützt den deutschen Kapitalisten (Zinsgewinner), während alle (noch) arbeitenden deutschen Zinsverlierer von der Staatsmacht dazu gezwungen werden, für die Kredite an die überschuldeten europäischen Mitgliedsstaaten zu bürgen und diese notfalls über erhöhte Steuern zu bezahlen.

Ziel des Euro-Plus-Pakts ist es, die Wettbewerbsfähigkeit der Mitgliedstaaten und Europas insgesamt zu verbessern. Denn die Krisen der letzten Jahre haben gezeigt, welche Gefahren von gesamtwirtschaftlichen Ungleichgewichten sowohl global als auch innerhalb der Eurozone ausgehen. Die am Pakt beteiligten Staaten werden jährlich gemeinsame Ziele vereinbaren, die dann konkrete nationale Verpflichtungen nach sich ziehen. Gerade aus deutscher Sicht ist dabei wichtig, dass wir Europäer uns nicht an den Schwächsten, sondern an den Besten orientieren – und zwar weltweit.

Alle „gesamtwirtschaftlichen Ungleichgewichte“ entstehen seit jeher aus einer fehlerhaften Geld- und Bodenordnung und der daraus resultierenden Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz. Das haben nicht erst „die Krisen der letzten Jahre“ gezeigt, sondern in der gesamten Kulturgeschichte der halbwegs zivilisierten Menschheit war das noch nie anders:


Jeder Versuch, der Zinsumverteilung (Privatkapitalismus) mit „politischen“ Methoden entgegenzuwirken, führt in die planwirtschaftliche Diktatur (Staatskapitalismus). Zwar hätte Herr Schäuble – als vorgeblicher „Christdemokrat“ – einige Bedenken, Sachkapitalien zu verstaatlichen, aber auch diesen letzten Schritt in die totale Unfreiheit wird das Europäische Politbüro in Erwägung ziehen, wenn nicht auf Intelligenz, sondern weiterhin auf Machtpolitik gesetzt wird, um der „Finanzkrise“ Herr zu werden. Am Ende heißt es dann: Herzlich Willkommen in der Union der Sozialistischen Euro-Republiken!   

Der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) wurde aufgelegt für den Fall, dass dennoch eine Staatsschuldenkrise eintreten sollte. Denn auch mit einem noch so geschärften Stabilitäts- und Wachstumspakt können wir nicht zu 100 Prozent ausschließen, dass es eines Tages wieder zu einem extremen Krisenfall kommt, der die Stabilität der Eurozone insgesamt gefährdet. Die Aktivierung des Mechanismus ist an strikte Vorgaben geknüpft: Er kann nur nach eingehender Prüfung durch Europäische Kommission, IWF und EZB, nur einstimmig und nur dann aktiviert werden, wenn die Aktivierung unabdingbar ist, um die Stabilität des Euro als Ganzes zu gewährleisten (ultima ratio). Gleichzeitig muss sich ein Land, das Hilfe in Anspruch nimmt, strengen wirtschafts- und finanzpolitischen Auflagen unterwerfen. Schließlich ist es gegen großen Widerstand gelungen, eine verpflichtende Beteiligung der privaten Kreditgeber an der Krisenlösung zu vereinbaren.

Die Aufrechterhaltung des Geldkreislaufs ist das Allerwichtigste. Ein Politiker wird dies nicht bestreiten, denn im Grunde beschäftigt er sich mit nichts anderem; allerdings mit den falschen Mitteln, die nur die Freiheit aller immer weiter einschränken und die letztlich wirkungslos bleiben. Damit gespartes Zinsgeld investiert werden und damit zurück in den Geldkreislauf gelangen kann, muss eine Liquiditätsverzichtsprämie (Urzins) gezahlt werden, die jede Volkswirtschaft mit mathematischer Präzision zerstört, unabhängig davon, welchen „strengen wirtschafts- und finanzpolitischen Auflagen“ sich die Wirtschaftsteilnehmer zusätzlich unterwerfen sollen. Sie sind bereits unterworfen: der größtmöglichen Dummheit, Zinsgeld zu verwenden und privates Bodeneigentum zu bevorzugen. Eine „verpflichtende Beteiligung der privaten Kreditgeber“ kann lediglich dazu führen, dass entweder die Geldhortung auf Girokonten und damit die Spekulation (Warentermingeschäfte) zunimmt, oder dass die Risikoprämie im Kapitalmarktzins ansteigt, die immer von allen Zinsverlierern zusätzlich erarbeitet werden muss.

Die vom Europäischen Rat beschlossenen Maßnahmen sind insgesamt darauf ausgerichtet, die Eurozone auf Dauer zu stabilisieren und sie für die zukünftigen weltwirtschaftlichen Herausforderungen zu wappnen. Im Übrigen sollten wir auch im Auge behalten, dass der Euro das bislang stärkste Bekenntnis zur Idee des vereinten Europa ist – einer Idee, die nicht nur den Frieden in Europa sichert, sondern eine zentrale Voraussetzung für den wirtschaftlichen Erfolg Deutschlands und die Wiedervereinigung war.

Jede Politik in einer Zinsgeld-Ökonomie (zivilisatorisches Mittelalter) – ob diktatorisch oder „repräsentativ demokratisch“ – ist nur politische Propaganda ohne Sinn und Verstand. Eine geistlose Aneinanderreihung von Worthülsen und Leerlaufhandlungen, die allein darauf abzielen, etwas zu erhalten, was sich nicht zu erhalten lohnt: Machtstrukturen.


Kein ernstzunehmender Wissenschaftler hat es je gewagt, an den prophetischen Worten von Sir Arthur Charles Clarke zu zweifeln. Mit Recht, denn Machtausübung ist Dummheit und allgemeiner Wohlstand ist selbstverständlich. Dazu muss lediglich der kollektive Wahnsinn der Religion beendet werden, der allein dazu diente, den Menschen an das Geld anzupassen, solange das Wissen nicht zur Verfügung stand, um das Geld an den Menschen anzupassen:  


Wie der Paranoide, der sich vor allem darum sorgt, ob er paranoid genug ist, glaubt der Machtmensch, er könne durch „mehr Macht“ etwas erreichen. Verfügte er über ein Bewusstsein, würde er wissen, dass er wie jeder Mensch eigentlich nur gefragt sein will, um sich mit seinen individuellen Fähigkeiten in der arbeitsteiligen Gesellschaft verwirklichen zu können. Ein Machtmensch ist aber nicht gefragt, er wird lediglich gefürchtet und nicht einmal wirklich respektiert. Entfällt die Furcht der Untertanen, wird er nicht länger nur von Komikern verspottet und kann nur noch auf Mitleid hoffen. Der auferstandene Mensch braucht keine Macht mehr auszuüben, um seine Schwächen zu verbergen. Wer gefragt und respektiert sein will, muss Kompetenz beweisen.



Stefan Wehmeier, 09.04.2011


Montag, 4. April 2011

Die Geschichte wiederholt sich nicht

"Innerhalb von nur eineinhalb Jahren hat Westerwelle die Partei vom größten Wahlerfolg ihrer Geschichte in die tiefste Depression geführt."
http://www.sueddeutsche.de/politik/fdp-westerwelle-nach-dem-wahldebakel-koenigsmoerder-dringend-gesucht-1.1078297

Solange die grundlegendste zwischenmenschliche Beziehung allgemein unverstanden bleibt, wiederholt sich die Geschichte; und zwar für jene, die das Geld verstanden haben, in vorhersehbarer Art und Weise:

"...die Regierung wird von links nach rechts und von rechts nach links pendeln, und jeder Pendelschlag wird nur die Verwirrung, die Hilf- und Ratlosigkeit vermehren..."

Silvio Gesell, 1930

In einer Zinsgeld-Ökonomie werden Politiker nicht gewählt, sie werden abgewählt. Die Nachfolger sind nicht klüger als ihre Vorgänger (das intellektuelle Gefälle von Erhard bis Merkel ist beachtlich) und werden nur vorübergehend vom kollektiv Unbewussten für das vermeintlich geringere Übel gehalten.

Warum sollte sich das, was das einstige Volk der Dichter und Denker im Anschluss an die Weimarer Republik für "das geringere Übel" hielt, nicht ebenfalls wiederholen? Weil ein "Herr Außenminister" sich nicht an einem Krieg in Libyen beteiligen will? Wohl kaum. Wenn die Kriegsursache nicht behoben wird, kann auch der Krieg nicht beendet werden. Das sollte jedem einleuchten, der die folgenden Dateien gelesen hat,...


Krieg_SG       Krieg_HC

...die das einzig Intelligente darstellen, was jemals zum Thema Krieg geschrieben wurde. Alles andere erschöpft sich in der banalen Aufzählung der Fakten...

Krieg ist ein organisierter und unter Einsatz erheblicher Mittel mit Waffen und Gewalt ausgetragener Konflikt, an dem mehrere planmäßig vorgehende Kollektive beteiligt sind. Ziel der beteiligten Kollektive ist es, den Konflikt durch gewaltsame Kämpfe und Erreichen einer Überlegenheit zu lösen. Die dazu stattfindenden Gewalthandlungen greifen gezielt die körperliche Unversehrtheit gegnerischer Individuen an und führen so zu Tod und Verletzung. Krieg schadet so auch der Infrastruktur und den Lebensgrundlagen der Kollektive.
Kriegsformen sind vielfältig und nicht unbedingt an Staaten oder Staatssysteme gebunden: Sie können auch innerhalb von Staaten stattfinden, etwa als Bürgerkrieg, Unabhängigkeitskrieg oder bewaffneter Konflikt, und zum Weltkrieg oder zum Völkermord führen.
In der historisch belegten Menschheitsgeschichte haben knapp 14.400 Kriege stattgefunden, denen ungefähr 3,5 Milliarden Menschen zum Opfer gefallen sind.

...oder in dem Verbreiten von Denkfehlern bezüglich der Kriegsursache.

So seltsam es klingt, die einzige Hoffnung, dass der Weltfrieden (= Natürliche Wirtschaftsordnung) endlich begriffen wird, ist die Atombombe. Ohne die ultimative Abschreckung durch das globale Atomwaffen-Arsenal wäre es höchstwahrscheinlich schon in den 1980er Jahren zum 3. Weltkrieg gekommen! Die Angst vor dem Krieg konnte Lernunwillige noch nie davon abhalten, Kriege zu führen; aber die Angst vor dem Atomkrieg ist etwas anderes: Alle - selbst jene, deren Begriffsvermögen deutlich geringer ist als ihre "gesellschaftliche Position" - müssen einsehen, dass es keine Fluchtmöglichkeiten mehr gibt.

Vor dem finalen Atomkrieg, dem Ende mit Schrecken, kann sich niemand mehr in Sicherheit bringen; das gilt aber genauso für den Schrecken ohne Ende, die globale Liquiditätsfalle (Armageddon). Wenn in einer globalisierten Wirtschaft der Zinsgeld-Kreislauf zusammenbricht, gibt es kein "Zurück in die Zivilisation"! Bräche die Arbeitsteilung zusammen, müssten innerhalb kurzer Zeit über 90 Prozent aller heute lebenden Menschen verhungern und würden bis dahin auch vor Kannibalismus nicht zurückschrecken.

Im Herbst 2008 konnte diese größte anzunehmende Katastrophe der Weltkulturgeschichte gerade noch dadurch abgewendet werden, dass die führenden Industrienationen den Zinsgeld-Kreislauf mit staatlichen Bürgschaften absicherten und "Konjunkturpakete" ins Rennen schickten. Die Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz - sowohl innerhalb der Nationalstaaten als auch zwischen den Staaten - läuft jedoch ungehindert weiter und muss in absehbarer Zeit wieder die gleiche Situation herbeiführen - und zwar umso schneller, je mehr heute auf "Sparpolitik" gesetzt wird!

Ein "selbsttragender Aufschwung" wäre unter Beibehaltung unserer seit jeher fehlerhaften Geld- und Bodenordnung nur noch möglich durch eine weitere umfassende Sachkapitalzerstörung, wie zuletzt durch den 2. Weltkrieg geschehen, um den Zinsfuß wieder auf eine für den Kapitalismus lukrative Höhe anzuheben. Ein 3. Weltkrieg (die Frage "Wer gegen wen?" ist dabei irrelevant) ohne den Einsatz von Atomwaffen ist aber kaum vorstellbar.

Folglich bleibt als einzige Lösung das einzig Wahre: Soziale Marktwirtschaft

Weil die Natürliche Wirtschaftsordnung (echte Soziale Marktwirtschaft) neben anderen Unsinnigkeiten auch die "hohe Politik" überflüssig macht, ist nicht zu erwarten, dass diese mit dem Denken beginnt, bevor die Weltwirtschaft endgültig zusammenbricht. Sobald der Schrumpfungsprozess aber erneut einsetzt, werden weitere mit Schulden finanzierte "Konjunkturpakete" auch dem dümmsten Wahlvolk gegenüber nicht mehr zu vertreten sein.

Das zweite "Tschernobyl"

"Die Entwicklung vom Herdenmenschen, vom Teilmenschen zum selbständigen Vollmenschen, zum Individuum und Akraten, also zum Menschen, der jede Beherrschung durch andere ablehnt, setzt mit den ersten Anfängen der Arbeitsteilung ein. Sie wäre längst vollendete Tatsache, wenn diese Entwicklung nicht durch Mängel in unserem Bodenrecht und Geldwesen unterbrochen worden wäre – Mängel, die den Kapitalismus schufen, der zu seiner eigenen Verteidigung wieder den Staat ausbaute, wie er heute ist und ein Zwitterding darstellt zwischen Kommunismus und Freiwirtschaft. In diesem Entwicklungsstadium können wir nicht stecken bleiben; die Widersprüche, die den Zwitter zeugten, würden mit der Zeit auch unseren Untergang herbeiführen, wie sie bereits den Untergang der Staaten des Altertums herbeigeführt haben." 

Silvio Gesell 

Die Frage ist nicht, ob sich in Japan ein zweites "Tschernobyl" ereignet (das ist bereits geschehen), sondern wie das japanische Volk und die halbwegs zivilisierte Menschheit damit umgehen wird.

Die ehemalige Sowjetunion war ein "Ameisenstaat", eine planwirtschaftliche Diktatur, in der die individuelle Existenz austauschbar und letztlich wertlos war, wenn das staatskapitalistische System sie nicht mehr gebrauchen konnte. Menschenrechte gab es nicht, und so konnten Hunderttausende zwangsverpflichtet werden, mit primitiver Ausrüstung und ohne jeglichen Selbstschutz die strahlende Ruine eines havarierten Kernspaltungsreaktors in Beton einzugießen. Ob diese "Arbeitsameisen" in Folge der Strahlenbelastung sterben würden, hat das kommunistische Regime nicht interessiert, und bis heute ist unbekannt, wie viele tatsächlich daran gestorben sind.

Kann die japanische "Kamikaze-Tradition" mit diesem Ausmaß an erzwungener Opferbereitschaft durch ein menschenverachtendes kommunistisches System mithalten, um zu verhindern, dass Japan für Jahrtausende unbewohnbar wird? Höchstwahrscheinlich nicht - und hoffentlich gehen die weiteren Überlegungen auch gar nicht erst in diese Richtung!

Die menschenwürdige Option besteht darin, so schnell wie möglich ausreichend professionelle Ausrüstung bereitzustellen, um die havarierten Kernspaltungsreaktoren dauerhaft zu versiegeln, ohne dass dieses Großunternehmen zu einer "Kamikaze-Aktion" für alle Beteiligten wird. Doch dazu fehlen sowohl in Japan als auch im "Rest der Welt" die Ressourcen; insbesondere die finanziellen, solange sich die Menschheit noch im zivilisatorischen Mittelalter des Privatkapitalismus (Zinsgeld-Ökonomie) befindet.

Die Natürliche Wirtschaftsordnung (echte Globale Soziale Marktwirtschaft), die einzige Möglichkeit zur Überwindung der Weltwirtschaftskrise, die gerade erst begonnen hat, wird damit auch zur Voraussetzung, um Japan auf der Landkarte zu erhalten!

Weil gegenüber der Natürlichen Wirtschaftsordnung jede Zinsgeld-Ökonomie ungefähr so konkurrenzfähig ist wie ein Urwald-Dorf, ist es hinreichend, die ideale Makroökonomie zuerst in der Bundesrepublik Deutschland zu verwirklichen. Wenn sich Deutschland aus allen Kriegsspielereien heraushalten will und sowieso um die eigene Sicherheit mehr besorgt ist als um die Katastrophen, die anderswo bereits eingetreten sind, ist es angebracht, mit diesem positivsten aller Beispiele voranzugehen.