Montag, 31. Oktober 2016

Gesetze der Zukunft



1. "Wenn ein angesehener, aber ältlicher Wissenschaftler behauptet, dass etwas möglich ist, hat er mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit recht. Wenn er behauptet, dass etwas unmöglich ist, hat er höchstwahrscheinlich unrecht."

2. "Der einzige Weg, die Grenzen des Möglichen zu finden, ist, ein klein wenig über diese hinaus in das Unmögliche vorzustoßen."

3. "Jede hinreichend fortschrittliche Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden."

In Bezug auf Naturwissenschaft und Technik ist schon viel über die Gesetze der Zukunft geschrieben worden, nicht allein von Arthur C. Clarke selbst. Hier wollen wir die drei Gesetze auf das anwenden, was die Voraussetzung der heutigen Wissenschaft und Technik ist und den Menschen über den Tierzustand erhob: die Arbeitsteilung. Naturwissenschaftler und Ingenieure möchten das gern bestreiten, denn schließlich waren es doch wohl Erfindungen wie die Beherrschung des Feuers, Pfeil und Bogen, Metallgewinnung und -bearbeitung, etc., die letztlich zur "modernen Zivilisation" führten. Doch das ist ein Irrtum. Zuerst bedarf es der Arbeitsteilung und dann kommt alles andere.

Der Mensch allein ist ohne die Arbeitsteilung noch nicht einmal Mensch und vermag so gut wie gar nichts. Sicher, er kann allein einen Text wie diesen schreiben. Aber um den PC zu produzieren, auf dem der Text geschrieben und gespeichert, und um das Internet aufzubauen, in dem für den Text recherchiert und der fertige Text veröffentlicht wurde, mussten zigtausend Menschen über Jahrzehnte koordiniert zusammenarbeiten. Was hatten diese zigtausend Menschen davon? Sie haben Geld damit verdient. Ohne die Möglichkeit, Geld zu verdienen, hätte es die letzten dreitausend Jahre Kulturentwicklung nicht gegeben!

"Wir verdanken es der Arbeitsteilung, dass wir mehr erzeugen als verbrauchen und so, unabhängig von den unmittelbaren Lebensbedürfnissen, der Vervollkommnung oder Vermehrung unserer Arbeitsmittel Zeit, Vorräte und Arbeit widmen können. Ohne die Arbeitsteilung wären wir nie zu dem heutigen Reichtum an Arbeitsmitteln gelangt, und ohne diese Arbeitsmittel würde die Arbeit nicht den zehnten, hundertsten, ja tausendsten Teil ihrer heutigen Erzeugung liefern. Der größte Teil der Bevölkerung verdankt also der Arbeitsteilung unmittelbar sein Dasein. Die Arbeitsteilung schenkte 60 Millionen von den 65 Millionen Deutschen das Dasein.
    Die Erzeugnisse der Arbeitsteilung sind keine Gebrauchsgüter, Dinge, die der Erzeuger unmittelbar gebrauchen kann, sondern Waren, Dinge, die ihrem Erzeuger nur als Tauschmittel von Nutzen sind. Der Schuster, der Tischler, der Heerführer, der Lehrer, der Tagelöhner - keiner kann sein unmittelbares Arbeitserzeugnis gebrauchen; selbst der Bauer kann es nur in beschränktem Maße. Alle müssen das, was sie erzeugen, verkaufen. Der Schuster, der Schreiner verkaufen ihre Erzeugnisse an die Kundschaft, der Truppenführer, der Lehrer verkauft sie (seine Leistungen) an den Staat, der Tagelöhner an den Unternehmer.
    Für den weitaus größten Teil der Arbeitserzeugnisse ist der Verkaufszwang bedingungslos; für die gewerblichen Erzeugnisse ist dieser Zwang sogar ausnahmslose Regel. Darum stockt ja auch sofort die Arbeit, sowie der Absatz der Erzeugnisse gestört wird. Welcher Schneider wird denn Kleider nähen, die er nicht absetzen kann?
    Und den Absatz, den gegenseitigen Austausch der Arbeitserzeugnisse, vermittelt das Geld. Ohne das Dazwischentreten des Geldes gelangt keine Ware mehr bis zum Verbraucher.
    Es ist zwar nicht ganz unmöglich, die Erzeugnisse der Arbeitsteilung auf dem Wege des Tauschhandels an den Mann zu bringen, aber der Tauschhandel ist derart umständlich und setzt so viele Einrichtungen voraus, die nicht im Handumdrehen geschaffen werden können, dass man allgemein auf diesen Ausweg verzichtet und lieber die Arbeit einstellt. …
    Die Ware muss also gegen Geld verkauft werden, d. h., es besteht eine Zwangsnachfrage nach Geld, die genau ebenso groß ist, wie der Vorrat an Waren, und der Gebrauch des Geldes ist darum für alle genau ebenso unentbehrlich, wie die Arbeitsteilung für alle vorteilhaft ist. Je vorteilhafter die Arbeitsteilung, umso unentbehrlicher das Geld. Mit Ausnahme des Kleinbauers, der fast alles, was er erzeugt, selber verzehrt, unterliegen alle Bürger bedingungslos dem wirtschaftlichen Zwang, ihre Erzeugnisse gegen Geld zu verkaufen: Das Geld ist Voraussetzung der Arbeitsteilung, sobald der Umfang, den sie angenommen, den Tauschhandel ausschließt."

Silvio Gesell (Die Unentbehrlichkeit des Geldes, 1916)

Die Arbeitsteilung ist die Voraussetzung unserer hochentwickelten Technik und dass heute mehr als 80 Millionen Menschen in Deutschland überhaupt leben können. Das Geld ist wiederum die unbedingte Voraussetzung der Arbeitsteilung. Wer nicht dumm ist, stellt jedoch fest, dass das heutige, gänzlich unreflektiert aus der Antike übernommene Geld nicht nur die Möglichkeit bietet, es sich mit eigener Arbeit zu verdienen, sondern auch, es auf Kosten der Mehrarbeit anderer zu erpressen. Weiterhin ist zu beobachten, dass der "Normalbürger", soweit er überhaupt Notiz davon nimmt, diese Erpressungsmöglichkeit, die ganz selbstverständlich von allen ausgenutzt wird, die sie ausnutzen können, gar nicht als eine Erpressung ansieht, unabhängig davon, ob er bei dem unfairen Spiel gewinnt oder verliert.

"Es gibt nur eine Ausflucht vor der Arbeit: Andere für sich arbeiten zu lassen."

Immanuel Kant (1724-1804)

Ein Moralist muss den durch die Erpressungsmöglichkeit des herkömmlichen Geldes erzeugten Gegensatz von Eigennutz und Gemeinnutz in der Gesellschaft als gegeben und unveränderbar hinnehmen, um überhaupt Moralist oder Moralverkäufer sein zu können. Die verkaufte Moral soll dann dazu dienen, den Gegensatz für alle erträglicher zu machen, unabhängig davon, ob man die Moral nun Ethik nennt. Als Moralist übersah Kant die entscheidende Frage für das menschliche Zusammenleben: Was ist die Ursache für den Gegensatz von Eigennutz und Gemeinnutz und wie ist dieser Gegensatz zu überwinden? Nur eine Gesellschaft, die den bestehenden Gegensatz ebenfalls als unveränderbar ansieht, kann Kant als den "bedeutendsten Philosophen der Aufklärung" bezeichnen.

Adam Smith (1723-1790), ebenfalls Moralist, formulierte die Lösung des Problems: Wenn jeder nur sein eigenes Interesse verfolgt, befördert er das Gesamtinteresse der Gesellschaft am wirkungsvollsten, unter der Voraussetzung, dass der marktwirtschaftliche Wettbewerb frei bzw. uneingeschränkt ist. Die "unsichtbare Hand des Marktes" sorgt für das bestmögliche Gemeinwohl, wenn sich nur der Staat mit weiteren Vorschriften oder Reglementierungen aus der Wirtschaft heraushält. Diesen Denkfehler machen die Liberalen bis heute, sodass sie immer wieder von der rückwärtsgewandten Ideologie des Sozialismus überrollt werden, die notwendigerweise im Totalitarismus endet:


Die "unsichtbare Hand des Marktes" gibt es wirklich und sie sorgt weit wirkungsvoller für ausgleichende Gerechtigkeit, als der "liebe Staat" es jemals könnte. Aber es gibt noch eine zweite "unsichtbare Hand", die seit jeher den marktwirtschaftlichen Wettbewerb einschränkt, die es den Besitzenden ermöglicht, sich auf Kosten der Mehrarbeit vieler Besitzloser zu bereichern, und die die Eingriffe des Staates in die Wirtschaft überhaupt erst provoziert:


Die Erpressungsmöglichkeit des herkömmlichen Geldes ist so alt wie das Geld selbst, das in den Anfängen der Arbeitsteilung noch nicht verstanden wurde. Die Erpressungsmöglichkeit als solche wurde zwar früh erkannt, man wusste aber noch nicht, wie sie zu beheben ist. Also wurde der halbwegs zivilisierten Menschheit ein allgemeines "Unrechtsbewusstsein" eingepflanzt, um erst einmal in die Geldwirtschaft hineinzukommen, damit eines fernen Tages der Fehler im Geld verstanden und behoben würde. Wenn es gelingt, die zweite "unsichtbare Hand" unschädlich zu machen, ist die Äquivalenz von Eigennutz und Gemeinnutz bei einem Höchstmaß an individueller Freiheit gesichert und alle traditionellen Moralvorstellungen verlieren ihre Bedeutung!

Noch ohne Kenntnis der makroökonomischen Grundlage beschrieb der Philosoph Friedrich Nietzsche (1844-1900) den von jeder traditionellen Moral befreiten Menschen in seinem Werk "Also sprach Zarathustra". Nietzsches "Übermensch" ist der Kulturmensch in einer freien Gesellschaft, in der der bisherige Gegensatz von Eigennutz und Gemeinnutz und somit auch die naiven Kategorien "gut" und "böse" aufgehoben sind. Als Hindernis für die Entwicklung des Menschen zum Übermenschen erkannte Nietzsche die Religion. "Gott ist tot" muss jedoch solange ein Postulat bleiben, bis die dafür erforderliche makroökonomische Grundlage explizit beschrieben und der "liebe Gott" erklärt und damit wegerklärt ist:   


Alle Zusammenhänge erschließen sich auf einen Blick, sobald die Metaphern auf der linken Seite nicht länger mit irgendetwas anderem (vermeintlicher "Unsinn" mit eingeschlossen) in Verbindung gebracht werden, als ihrer wirklichen Bedeutung auf der rechten Seite:

Himmel und Erde = Nachfrage (Geld) und Angebot (Waren)
Garten Eden / Paradies = freie (d. h. monopolfreie) Marktwirtschaft
Früchte tragende Bäume = Gewinn bringende Unternehmungen
Baum des Lebens = Geldkreislauf
Baum der Erkenntnis = Geldverleih
Frucht vom Baum der Erkenntnis = Urzins (S. Gesell) / Liquiditätsprämie (J. M. Keynes)
Gott (Jahwe) = künstlicher Archetyp: "Investor"
Mann / Adam = Sachkapital / der mit eigenem Sachkapital arbeitende Kulturmensch
Frau / Eva = Finanzkapital / der in Sachkapital investierende Kulturmensch
Tiere auf dem Feld = angestellte Arbeiter ohne eigenes Kapital (Zinsverlierer)
Schlange = Sparsamkeit (die Schlange erspart sich Arme und Beine)
Nachkommen der Schlange = Geldersparnisse
Nachkommen der Frau = neue Sachkapitalien
Kopf der Schlange = Kapitalmarktzins (Sachkapitalrendite)
Erbsünde = Privatkapitalismus (Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz)
Vertreibung aus dem Paradies = Verlust der Unterscheidungsfähigkeit zwischen Marktwirtschaft und Kapitalismus
Cherubim = Denkblockaden

Die Religion (Rückbindung auf den künstlichen Archetyp Jahwe = Investor), als der Ursprung von Judentum, Christentum und Islam, ist eine Programmierung des kollektiv Unbewussten, um die zweite "unsichtbare Hand", die systemische Ungerechtigkeit der Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz, aus dem allgemeinen Begriffsvermögen auszublenden. Oder anders formuliert: eine sündteure Marketingaktion, um der halbwegs zivilisierten Menschheit die Marktwirtschaft (Paradies) mit Privatkapitalismus (Erbsünde) zu verkaufen! Wie teuer die Marketingaktion war (und noch ist) und wie viele Menschenleben sie gefordert hat (und bis heute fordert), lässt sich kaum ermessen, zumal der eigentliche Beginn der menschlichen Zivilisation nicht erst seit Silvio Gesell,…


…sondern schon seit Jesus von Nazareth möglich gewesen wäre! Tatsächlich ist der von Nietzsche erdachte Prophet Zarathustra der Prophet Jesus von Nazareth, wie er wirklich war. Als erster Denker der Geschichte befreite er sich aus dem "Unrechtsbewusstsein" (Erkenntnisprozess der "Auferstehung aus dem geistigen Tod der Religion")…

(NHC II,3,21) Diejenigen, die sagen: "Der Herr ist zuerst gestorben und dann auferstanden", sind im Irrtum. Denn er ist zuerst auferstanden und dann gestorben. Wenn jemand nicht zuerst die Auferstehung erwirbt, wird er sterben.

…und beschrieb in genialen Gleichnissen, wie eine gerechte Arbeitsteilung zu gestalten ist, damit das menschliche Zusammenleben funktioniert:


Das allgemeine "Unrechtsbewusstsein" setzte sich jedoch durch und wurde vom Cargo-Kult des Katholizismus (stellvertretend für alles, was sich heute "christlich" nennt) noch einmal verstärkt, indem ausgerechnet der erste Entdecker der Natürlichen Wirtschaftsordnung für die Fortentwicklung des Kapitalismus instrumentalisiert wurde. Fortentwicklung insofern, als dass der halbwegs zivilisierten Menschheit eine perfide Doppelmoral übergestülpt wurde, die an Verlogenheit nicht mehr zu überbieten ist, und die schließlich zu dem führte, was sich heute "moderne Zivilisation" nennt. Die "heilige katholische Kirche" machte das größte Genie aller Zeiten zu einem moralisierenden Wanderprediger, um das "Christentum" als "den Einen unsterblichen Schandfleck der Menschheit" (Zitat: Friedrich Nietzsche) bis heute zu erhalten. Das wäre noch damit zu entschuldigen, dass die "Geistlichen" nicht wissen, was sie tun. Seit Februar 2009 möchte ich aber nicht mehr in der Haut derjenigen stecken, die erst dann etwas begreifen, wenn das "Brett vorm Kopf" sie nicht mehr schützt:

 
Eine Gesellschaft ohne Moral macht dem "Normalbürger" Angst, solange eine Äquivalenz von Eigennutz und Gemeinnutz die Vorstellung übersteigt. Um der Vorstellung nachzuhelfen, bezeichnen wir die erste "unsichtbare Hand" des Marktes als "gut" und die zweite "unsichtbare Hand" der Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz als "böse", so wie das schon in der Genesis richtig umschrieben steht. Nach der freiwirtschaftlichen Geld- und Bodenreform wird durch vollkommenen Wettbewerb (wahre Nächstenliebe) die "Frucht vom Baum der Erkenntnis" makroökonomisch auf Null geregelt, d. h. das Gute hat das Böse endgültig besiegt. Wenn nun aber alles Böse aus der Welt geschafft ist, was macht es dann noch für einen Sinn, sich über die Moral zu streiten? Soll doch jeder so egoistisch sein wie er will, es wird der Gemeinschaft nicht schaden! Ganz im Gegenteil: Wenn die Bereicherung auf Kosten der Mehrarbeit anderer durch den Urzins aufgehoben ist, indem der Urzins selbst verschwindet, kann die Mehrung des eigenen Wohlstandes nur noch zur Vermehrung des Wohlstandes aller Menschen beitragen. Damit ist in globalem Maßstab verwirklicht, was Adam Smith in "Wohlstand der Nationen" (1776) zu erklären versuchte,…


…und der "liebe Staat" kann auf das notwendige Mindestmaß reduziert werden:


Die "eine Ausflucht vor der Arbeit" gibt es dann allerdings nicht mehr, sondern wer leben will, muss auch arbeiten. Das heißt nun nicht, dass bei erzwungener Arbeitslosigkeit durch Unfall oder Krankheit der Mensch allein gelassen wird, sondern es kann sich im Gegenteil die Gemeinschaft viel großzügiger um die wenigen Fälle krankheitsbedingter Arbeitslosigkeit kümmern, sobald die kapitalismusbedingte Massenarbeitslosigkeit verschwunden ist. Es besteht also kein Grund, sich zu fürchten, was schon Jesus von Nazareth sagte:


Die Beibehaltung des zivilisatorischen Mittelalters ist religiös bedingte Massenidiotie und anstatt den (noch) gegenwärtigen Kulturmenschen als "Mensch" und den kommenden als "Übermensch" zu bezeichnen, kann auch Ersterer als "Idiot" (im wahrsten Sinn des Wortes) und Letzterer als "Mensch" angesehen werden. Der verehrte Leser möge sich aussuchen, was ihm besser gefällt.

Der Durchschnittsidiot hat sich so sehr an irgendeine Moral und an die naiven Kategorien gut und böse gewöhnt, dass er schon allein deshalb ein Idiot bleiben möchte, um nicht auf das Gewohnte zu verzichten. Dass der vermeintliche Verzicht in Wahrheit ein enormer Gewinn sowohl für ihn selbst als auch für alle anderen darstellt, kommt ihm gar nicht erst in den Sinn. "Es gäbe ja nur Mord und Totschlag, wenn jeder machen könnte, was er wollte", ist der typische erste Gedanke, der mal wieder zu kurz gedacht ist und das Weiterdenken blockiert. Zu kurz gedacht deshalb, weil sich die Gesellschaft ohne Moral nicht auf den bisherigen gesellschaftlichen Zustand der Zinsgeld-Ökonomie bezieht, sondern auf den zivilisierten Zustand der Natürlichen Wirtschaftsordnung. Weiterhin kann die so genannte Moral in der Zinsgeld-Ökonomie Mord und Totschlag sowieso nicht verhindern, weil mangelnde Moral eben nicht die Ursache ist, sondern die systemisch ungerechte Makroökonomie.   

"Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, dass er tun kann, was er will, sondern dass er nicht tun muss, was er nicht will."

Jean-Jacques Rousseau (1712-1778)

Die "modernen" Liberalen haben diese Weisheit schon wieder vergessen. Ein Zinsgewinner kann tun, was er will (was je nach Größe des Vermögens Bestechung und Auftragsmord mit einschließt), weil er für sein leistungsloses Kapitaleinkommen selbst nicht arbeiten muss, während ein Zinsverlierer ständig etwas tun muss, was er nicht will, und dafür nicht den vollen Arbeitsertrag erhält, weil er zusätzlich das Kapitaleinkommen der Besitzenden zu erarbeiten hat. Die ganze systemische Ungerechtigkeit hängt allein an einer seit jeher fehlerhaften Geld- und Bodenordnung und ist rein technisch gesehen relativ einfach durch eine freiwirtschaftliche Geld- und Bodenreform zu korrigieren. Wer aber aufgrund der "Vertreibung aus dem Paradies" den elementaren Unterschied zwischen Marktwirtschaft und Privatkapitalismus gar nicht kennt, glaubt an "Volksvertreter", die etwas "regeln" wollen, was nicht geregelt werden kann, solange es sich durch das vom Kapitalismus befreite Spiel der Marktkräfte nicht selbst regelt, und glaubt an "Geistliche", die sich einbilden, schon etwas von Himmel und Hölle zu verstehen, ohne die richtige Musik zu hören:  


In einer funktionierenden Marktwirtschaft regeln sich Preise und Löhne nach Angebot und Nachfrage, sodass bei entsprechender Nachfrage eine hoch qualifizierte und daher seltene Fähigkeit in der Regel höher bezahlt wird als eine gering qualifizierte, über die praktisch jeder verfügt. In einer kapitalistischen Marktwirtschaft gibt es aber auch Tätigkeiten, die die besondere Fähigkeit voraussetzen, "selten dumm" zu sein. Je höher der Verdummungsgrad, desto besser werden diese besonderen Tätigkeiten bezahlt. Das gilt beispielsweise für die Tätigkeiten bei der UNO, deren Mitarbeiter auf gar keinen Fall wissen oder auch nur erahnen dürfen, dass alle hehren Ziele dieser Organisation…

1. Das Ende der Armut / 2. das Ende des Hungers / 3. Gesundes Leben / 4. Bildung für alle / 5. Gleichheit der Geschlechter / 6. Sauberes Wasser / 7. Energie für alle / 8. Arbeit und Weltwirtschaft / 9. Infrastruktur / 10. Einkommensgleichheit / 11. Lebenswerte Städte / 12. Nachhaltiger Konsum / 13. Klimawandel bekämpfen / 14. Meere schützen / 15. Schutz der Natur / 16. Frieden und Gerechtigkeit / 17. Globale Partnerschaft.

…ohne eine freiwirtschaftliche Geld- und Bodenreform niemals zu verwirklichen sind und sich nach der freiwirtschaftlichen Geld- und Bodenreform von selbst verwirklichen. Im Vergleich zur einzigartigen Fähigkeit des Papstes, die "Mutter aller Zivilisationsprobleme" als "dem Menschen angeboren" zu verkaufen, sind aber selbstverständlich die besonderen Fähigkeiten aller anderen berufsmäßigen Vollidioten gänzlich unbedeutend. Für seine enormen Bemühungen zur weiteren Aufrechterhaltung von Massenarmut, Umweltzerstörung, Terrorismus und Krieg ist das Oberhaupt der "unterirdischten Verschwörung, die es je gegeben hat" (Zitat: Friedrich Nietzsche) mit Sicherheit unterbezahlt. Aber was tut man nicht alles für die Verhinderung der Zivilisation, um die eigene, sinnfreie Existenz zu rechtfertigen.

Dummheit ist nicht nur ein gefährlicherer Feind des Guten als Bosheit, sie wird (mit Ausnahme der überragenden Dummheit des Papstes) auch besser bezahlt. Darum gibt es in einer Zinsgeld-Ökonomie keinerlei Bestrebungen, die Dummheit zu verringern. Im Gegenteil, die Dummheit muss mit dem exponentiellen Anstieg leistungsloser Kapitaleinkommen Schritt halten, damit nicht zu viele auf die Idee kommen, dass etwas ganz grundsätzlich nicht stimmt. Wer nun glaubt, dass durch den Anstieg der allgemeinen Dummheit die selten Dummen sich nicht mehr ganz so deutlich von der Masse unterscheiden, hat sich geirrt. Lassen wir die einzigartige Dummheit des Papstes, die sich ohnehin jeder Kritik entzieht, außen vor, gibt es noch immer Abgründe der Dummheit, die "Normalsterbliche" niemals erreichen. Beispielsweise muss jeder Versuch schon im Ansatz scheitern, sich in die Gedankenwelt von "Mutti" Angela Merkel hineinzuversetzen. Wenn man überhaupt davon sprechen kann, dass "Mutti" denkt, erfordern ihre Gedankengänge soviel negatives Wissen (Vorurteile und Denkfehler), dass jeder Halbintelligente damit hoffnungslos überfordert ist:


Das führt zu der Frage: Was ist Dummheit und was ist Intelligenz? Dummheit ist das Beherrschen anderer Menschen und Intelligenz ist das Beherrschen der Dinge. Der Dumme wird widersprechen: "Wenn ich viele Menschen beherrsche, die die Dinge beherrschen, kann ich mehr erreichen als die anderen!" In "dieser Welt" hat der Dumme damit sogar recht, sodass der eigentliche Beginn der menschlichen Zivilisation bis heute auf sich warten lässt: Das zivilisatorische Mittelalter wird von den Dummen regiert und diese können die Natürliche Wirtschaftsordnung gar nicht erst andenken, weil sie das Beherrschen anderer Menschen unmöglich macht. Wenn der selten Dumme auch sonst nichts begreift, aber das begreift er sofort. Der Intelligente versteht dagegen die folgende Weisheit von Silvio Gesell:

"Der Kurzsichtige ist selbstsüchtig, der Weitsichtige wird in der Regel bald einsehen, dass im Gedeihen des Ganzen der eigene Nutz am besten verankert ist."

Der Dumme wird dem ebenfalls zustimmen (denn er will ja nicht als Dummer dastehen), ohne allerdings die ganze Bedeutung zu erfassen: In der zivilisierten Welt der Natürlichen Wirtschaftsordnung kann der Intelligente, der in seinem Fachgebiet die Dinge beherrscht, unvergleichlich mehr erreichen als der Dumme, der im (noch) bestehenden zivilisatorischen Mittelalter viele Menschen beherrscht. Dabei geht es weniger um den quantitativen und mehr um den qualitativen Reichtum, den der Einzelne für sich schaffen kann. Denn der quantitative Reichtum, auch wenn er für Wenige in einer Zinsgeld-Ökonomie kaum eine Grenze kennt, verliert ab einer gewissen Größenordnung ohnehin jede Bedeutung für das persönliche Wohlempfinden, während der qualitative Reichtum nicht über das hinauskommt, was die arbeitsteilige Gesellschaft insgesamt an kulturellen Gütern hervorbringt. In dieser Beziehung ist erstens die Natürliche Wirtschaftsordnung einer Zinsgeld-Ökonomie haushoch überlegen, und zweitens genügt in Zukunft ein Bruchteil der heutigen Arbeitszeit, um sich die besseren kulturellen Güter leisten zu können:


So weit zu denken, ist für selten Dumme (funktionslose Investoren, Politiker und Priester) so gut wie unmöglich und auch die normal Dummen (Spießbürger) haben damit ihre größten Verständnisschwierigkeiten. Der Spießbürger definiert sich dadurch, dass er nicht durch Kompetenz reich zu werden versucht, sondern durch Sparsamkeit. In der Zinsgeld-Ökonomie hat diese Vorgehensweise auch die besseren Karten. Denn wer den Punkt erreicht hat, an dem die Zinseinnahmen die in den Warenpreisen für den persönlichen Konsum enthaltenen Zinsausgaben übersteigen, kann danach immer mehr auf Kosten der Mehrarbeit anderer existieren. Wer dagegen einen Kredit aufnimmt, um in neues Sachkapital zur Entfaltung der eigenen Fachkompetenz zu investieren, muss zusätzlich den Urzins ("Frucht vom Baum der Erkenntnis") für die Sparer erwirtschaften – den die Sparer nicht verdienen, sondern allein aufgrund der parasitären Wertaufbewahrungs(un)funktion des herkömmlichen Geldes erpressen können. 

Wenn man nun die "Volksvertreter" als berufsmäßige Vollidioten bezeichnet, weil sie gar keine Volksvertreter sind, da das Volk zu 90% aus Zinsverlierern besteht und die politische Seifenoper nur den Staat als eine "Anstalt zur zwangsweisen Einziehung des arbeitsfreien Kapitaleinkommens" erhalten will, und die "Geistlichen" als hochgradig Geisteskranke, weil sie einen künstlichen Archetyp im kollektiv Unbewussten als den "lieben Gott" anbeten, mag das als Herabwürdigung erscheinen, aber in erster Linie ist es nur eine klare Feststellung der Tatsachen. Und damit kommen wir zurück auf die drei Gesetze der Zukunft:

1. Wenn ein angesehener, aber ältlicher VWL-Professor behauptet, dass die Weltwirtschaft in Kürze zusammenbricht, hat er mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit recht. Wenn er behauptet, dass der Zusammenbruch weniger schlimm wird als der vorhergehende, hat er höchstwahrscheinlich unrecht.  

2. Der einzige Weg, die Grenze des zivilisatorischen Mittelalters (Zinsgeld-Ökonomie) zu finden, ist, sich ein wenig über diese hinaus in die Natürliche Wirtschaftsordnung hineinzudenken.

3. Die freiwirtschaftliche Geld- und Bodenreform ist von Magie nicht zu unterscheiden.

Zu 1) Das "Unrechtsbewusstsein" steht in Anführungsstriche, weil es eben kein Bewusstsein, sondern eine allgemeine Unbewusstheit bzl. der grundlegendsten zwischenmenschlichen Beziehung, dem Geld, ist. Ein "Bewusstsein" hat das herkömmliche Geld (Zinsgeld) aber insofern geschaffen, als dass es überhaupt eine halbwegs fortgeschrittene Arbeitsteilung und damit das zivilisatorische Mittelalter ermöglichte, in dem die Erpressung des Urzinses der vorrangige Antrieb des Wirtschaftens war (und bis heute ist):

"Die Ursache für das Sinken des Zinsfußes wird vorzüglich darin gefunden, dass die besonders rentablen Kapitalanlagen großen Maßstabes heute erschöpft sind und nur Unternehmungen von geringer Ergiebigkeit übrig bleiben. …Nur ein allgemeiner europäischer Krieg könnte dieser Entwicklung Halt gebieten durch die ungeheure Kapitalzerstörung, welche er bedeutet."  

Dieses Zitat aus der Zeitschrift des Sparkassenverbandes von 1891 macht deutlich, dass für den im "Unrechtsbewusstsein" agierenden Kulturmenschen des zivilisatorischen Mittelalters der Kapitalertrag wichtiger ist als alles andere, auch wenn damit der nächste Krieg unvermeidlich wird. Bei der Verwendung von Zinsgeld mit parasitärer – der wesentlichen Tauschfunktion widersprechenden – Wertaufbewahrungsfunktion ist das gar nicht anders möglich. Ohne Geld gibt es keine Zivilisation und mit dem falschen Geld gibt es immer wieder Krieg. Der "angesehene, aber ältliche VWL-Professor", der sich bis heute im "Unrechtsbewusstsein" (im Programm Genesis) befindet, muss den Kapitalertrag ebenfalls als vorrangig und unverzichtbar für eine halbwegs funktionierende Wirtschaft erachten und vermag daher bei allgemein sinkendem Zinsniveau den Zusammenbruch der Weltwirtschaft vorherzusehen. Dass der Krieg – zwecks umfassender Sachkapitalzerstörung, um den Zinsfuß hochzuhalten – unvermeidlich ist, um die Wirtschaft wieder in Gang zu setzen, wagt der VWL-Professor heute allerdings nicht mehr auszusprechen, denn:

USA: 7260, Russland: 7500, Frankreich: 300, China: 260, Großbritannien: 215, Pakistan: 100-120, Indien: 90-110, Israel: 80, Nordkorea: 6-8.

Die Zahlen benennen die aktuelle Anzahl der Atomsprengköpfe. Ohne die atomare Abschreckung wäre es spätestens in den 1980er Jahren zum Dritten Weltkrieg gekommen. Auf der anderen Seite hat darum heute – durch das Ausbleiben dieser "überfälligen Sachkapitalzerstörung" – die systemische Ungerechtigkeit der Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz sowohl innerhalb der Nationalstaaten als auch zwischen den Staaten ein solches Ausmaß erreicht, dass der Atomkrieg nicht mehr erforderlich ist, um unsere ganze "moderne Zivilisation" – von einem Tag auf den anderen – auszulöschen! Die Heilige Schrift bezeichnet dieses unmittelbar bevorstehende Ereignis als Armageddon:


Zu 2) "Die Zeit wird kommen, wo die Mehrzahl unserer gegenwärtigen Kontroversen auf diesen Gebieten uns ebenso trivial oder bedeutungslos vorkommen werden wie die theologischen Debatten, an welche die besten Köpfe des Mittelalters ihre Kräfte verschwendeten. Politik und Wirtschaft befassen sich mit Macht und Wohlstand, und weder dem einen noch dem anderen sollte das Hauptinteresse oder gar das ausschließliche Interesse erwachsener, reifer Menschen gelten." (Arthur C. Clarke)

Damit Politik und Wirtschaft trivial oder bedeutungslos werden, muss die Arbeitsteilung reibungslos funktionieren. Als "wichtig" werden diese Dinge solange eingestuft, wie die Wirtschaft eben nicht funktioniert und die "hohe Politik" ständig an 1000 Ecken nachbessern muss, damit es irgendwie weitergeht. Irgendwann ist aber der Punkt erreicht, an dem die Flickschusterei endgültig versagt und auch die Gutgläubigen die Politik nicht länger von den "theologischen Debatten des Mittelalters" unterscheiden. Die Politiker selbst merken das als Letzte, weil die Natürliche Wirtschaftsordnung die ganze "hohe Politik" überflüssig macht.

Wie funktioniert eine Welt ohne Kapitalertrag? Was den meisten noch "unmöglich" oder zumindest unannehmbar erscheint, wird sofort ganz annehmbar, wenn wir den Kapitalertrag in seine Bestandteile "verdienter Knappheitsgewinn" und "unverdienter Knappheitsgewinn" aufteilen. Letzterer verschwindet, während sich für alle Wirtschaftsteilnehmer die Möglichkeiten potenzieren, sich Ersteren zu erarbeiten. Das Kapitaleinkommen betrug allein in Deutschland (Stand 2007, bevor die Lage durch die "Finanzkrise" unübersichtlich wurde) ca. 550 Milliarden Euro jährlich (330 Mrd. € Auszahlung der Geschäftsbanken an Anleger plus 120 Mrd. € Mindestverzinsung des noch unverschuldeten Sachkapitals plus 100 Mrd. € private Bodenrente), entsprechend einem durchschnittlichen Nettolohnverzicht von 1200 € monatlich für alle 38 Millionen Zinsverlierer-Haushalte. Während der Krise bis heute hat sich aufgrund des gesunkenen Zinsniveaus die Auszahlung der Geschäftsbanken an Anleger (Liquiditätsverzichtsprämie) etwa halbiert, aber die Spekulationsgewinne haben drastisch zugenommen, sodass die Summe leistungsloser Kapitaleinkommen nicht verringert wurde. Das Zinsniveau wird weiter sinken und die Spekulationsgewinne werden weiter steigen, bis das ganze Kartenhaus in sich zusammenfällt. Die Möglichkeiten der "hohen Politik", durch Erhöhung der Staatsverschuldung und Geldmengenausweitung das Elend zu verlängern, sind ausgereizt, sodass die Natürliche Wirtschaftsordnung als letzte Chance verbleibt, den völligen Zusammenbruch der Weltwirtschaft – und damit den Rückfall in die Steinzeit – noch rechtzeitig zu verhindern. In der Natürlichen Wirtschaftsordnung wird jeder "unverdiente Knappheitsgewinn" durch vollkommenen marktwirtschaftlichen Wettbewerb auf Null geregelt, während die kapitalismusbedingte Massenarbeitslosigkeit verschwindet und das Lohnniveau steigt. "Verdienter Knappheitsgewinn" ist das, was individuell über das allgemein gestiegene Lohnniveau noch hinausgeht und als Vergütung für besondere Leistungen, Erfindungen, etc. den weiteren kulturellen und technologischen Fortschritt bewirkt, der nun nicht mehr durch leistungslose Einkommen von Sparern, die sich für "große Investoren" halten, behindert wird.    

Zu 3) Schon ab der gesetzlich verbindlichen Ankündigung der freiwirtschaftlichen Geld- und Bodenreform ist die Weltwirtschaftskrise am nächsten Tag vorbei! Das erscheint unglaublich, aber wer es nicht glauben kann, wird es erleben. Die "Finanzkrise" ist nichts anderes als ein Geldstreik, d. h. die Geldersparnisse werden aus der mittel- bis langfristigen Anlage herausgenommen und zu Spekulationszwecken auf Girokonten gehortet. Allein die Ankündigung einer staatlichen Liquiditätsgebühr auf alles Zentralbankgeld (Bargeld plus Zentralbankguthaben der Geschäftsbanken) ist somit ausreichend, um diesen Prozess sofort umzukehren. Das Volk muss daher nur eines begreifen: Das Geld läuft nicht mehr um, also brauchen wir eine konstruktive Geldumlaufsicherung! Alles Weitere ergibt sich von selbst:



Stefan Wehmeier, 31.10.2016


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