Sonntag, 15. Januar 2017

Der Weisheit letzter Schluss

Die Weiterentwicklung der menschlichen Kultur von der zentralistischen Planwirtschaft noch ohne liquides Geld (Ursozialismus bzw. Staatskapitalismus, z. B. vorantikes Ägypten der Pharaonen) zur freien Marktwirtschaft mit Geldkreislauf, etwa im dreizehnten vorchristlichen Jahrhundert, lief keinesfalls rein zufällig ab, wie akademische Historiker in aller Regel glauben.
 
Damit der Geldkreislauf überhaupt in Gang kam und das damals (wie heute) noch fehlerhafte Geld (Edelmetallgeld ist immer Zinsgeld) dauerhaft gewollt war, war es erforderlich, das arbeitende Volk an das Zinsgeld anzupassen, und so entstand der Privatkapitalismus (Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz).
 
Die Anpassung an das Zinsgeld erfolgte durch eine künstliche Programmierung des kollektiv Unbewussten mittels eines Schöpfungsmythos, der dem Volk manipulativ nahegebracht wurde. Der Mythos bezweckte u. a., den Spartrieb der Arbeiter zu dämpfen und krisenhafte Zustände (Geldhortung, Spekulation, Arbeitslosigkeit, Zahlungsunfähigkeit, etc.) sowie die entsprechenden Eskalationen zu ertragen.
 
Die durchschlagende Wirkung dieser kollektiven Manipulation, die einer selektiven geistigen Blindheit (Beschneidung im Geiste) entspricht, hält bis heute an; die gegenwärtige Kulturstufe der halbwegs zivilisierten Menschheit basiert noch immer auf dem künstlichen Archetyp (siehe: "Archetypen" von C. G. Jung) Jahwe:
 
(Genesis_3,14-15) Da sprach Gott der HERR zu der Schlange: Weil du das getan hast, seist du verflucht, verstoßen aus allem Vieh und allen Tieren auf dem Felde. Auf deinem Bauche sollst du kriechen und Erde fressen dein Leben lang. Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau und zwischen deinem Nachkommen und ihrem Nachkommen; der soll dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen.
 
Wir wissen, dass der Mensch vor 3200 Jahren ebenso intelligent war wie der moderne Mensch. Dennoch sind wir geneigt, die Menschen früherer Zeiten für dumm zu halten, weil sie noch nicht soviel wussten oder wissen konnten. Gleichzeitig wird die eigene Intelligenz überschätzt. In wieweit die eigene Intelligenz überschätzt wird, wird deutlich, wenn wir Intelligenz als die Fähigkeit definieren, auf der Grundlage des zur jeweiligen Zeit vorhandenen Wissens zu möglichst weitreichenden Erkenntnissen zu gelangen. Dann war der Verfasser der Genesis (nennen wir ihn Mose) viel intelligenter als alle "Experten", die heute von sich glauben, sie wüssten schon was:
 
Himmel und Erde = Nachfrage (Geld) und Angebot (Waren)
Garten Eden / Paradies = freie (d. h. monopolfreie) Marktwirtschaft
Früchte tragende Bäume = Gewinn bringende Unternehmungen
Baum des Lebens = Geldkreislauf
Baum der Erkenntnis = Geldverleih
Frucht vom Baum der Erkenntnis = Urzins (S. Gesell) / Liquiditätsprämie (J. M. Keynes)
Gott (Jahwe) = künstlicher Archetyp: "Investor"
Mann / Adam = Sachkapital / der mit eigenem Sachkapital arbeitende Kulturmensch
Frau / Eva = Finanzkapital / der in Sachkapital investierende Kulturmensch
Tiere auf dem Feld = angestellte Arbeiter ohne eigenes Kapital (Zinsverlierer)
Schlange = Sparsamkeit (die Schlange erspart sich Arme und Beine)
Nachkommen der Schlange = Geldersparnisse
Nachkommen der Frau = neue Sachkapitalien
Kopf der Schlange = Kapitalmarktzins (Sachkapitalrendite)
Erbsünde = Privatkapitalismus
Vertreibung aus dem Paradies = Verlust der Unterscheidungsfähigkeit zwischen Marktwirtschaft und Kapitalismus
Cherubim = Denkblockaden
 
Wer nicht von den Denkblockaden beherrscht wird (leider noch immer eine seltene Ausnahme), muss zugeben, dass der makroökonomische Sinngehalt unmöglich "hineinzuinterpretieren" wäre, hätte die Genesis irgendeine andere Bedeutung. Unabhängig davon, wäre jede andere Bedeutung für das menschliche Zusammenleben irrelevant und der Text hätte niemals über drei Jahrtausende hinweg verbreitet und zur Basis dreier Weltreligionen (Judentum, Christentum und Islam) werden können.
 
Der von der Religion (Rückbindung auf den künstlichen Archetyp Jahwe=Investor) aus dem allgemeinen Begriffsvermögen ausgeblendete Privatkapitalismus ist tatsächlich verantwortlich für alle Zivilisationsprobleme, die sich überhaupt thematisieren lassen, und in Genesis_3,14-15 ist mit genialen Metaphern erstmals der elementare Zusammenhang zwischen dem Kapitalmarktzins und der Knappheit des eingesetzten Sachkapitals beschrieben:
 
Wird über einige Jahrzehnte, solange eine Volkswirtschaft noch wachsen kann, an der Vermehrung von Sachkapitalien (Häuser, Fabriken, Schiffe, etc.) gearbeitet, sinkt aufgrund marktwirtschaftlicher Konkurrenz der Kapitalmarktzins, d. h., die neuen Sachkapitalien ("Nachkommen der Frau") werden immer mehr den Kapitalmarktzins herunterdrücken ("den Kopf der Schlange zertreten").
 
Den Kapitalmarktzins herunterdrücken ist an sich positiv, weil dadurch die Arbeitslöhne (sowohl für Angestellte als auch für Selbständige) steigen. Weil aber ein a priori fehlerhaftes Geld (das heutige Papiergeld wurde gänzlich unreflektiert dem Edelmetallgeld der Antike nachgeäfft) mit parasitärer, der wesentlichen Tauschfunktion widersprechenden Wertaufbewahrungsfunktion (Zinsgeld) nur gegen eine Liquiditäts(verzichts)prämie (Urzins) mittel- bis langfristig verliehen und somit in Sachkapital investiert werden kann, aus dem jegliche Wertschöpfung und auch der Urzins erarbeitet werden, wird immer weniger investiert und immer mehr spekuliert, sobald der Zinsfuß auf die Liquiditätspräferenzgrenze von etwa 2 bis 3 Prozent absinkt. Dann wird die Sparsamkeit (die "Schlange") die weitere Vermehrung neuer Sachkapitalien ("Nachkommen der Frau") verhindern und damit die soziale sowie technische Weiterentwicklung (positiver Fortschritt) zum Erliegen bringen ("in die Ferse stechen") und letztlich sogar umkehren (negativer Fortschritt = Rückschritt):
 
Es kommt zu der von John Maynard Keynes beschriebenen Liquiditätsfalle mit Unterbrechungen des Geldkreislaufs ("Baum des Lebens"). Das gesparte Geld zieht sich aus der mittel- bis langfristigen Anlage zurück und verschwindet in Spekulationskassen. Die zwangsläufigen Folgen sind Massenarbeitslosigkeit, Hunger und Krieg. Der Krieg bewirkt eine umfassende Sachkapitalzerstörung (betreffend Häuser, Fabriken, Infrastruktur, etc.) und damit eine Anhebung des Zinsfußes, sodass nach Kriegsende wieder in neue Sachkapitalien investiert werden kann. Es muss betont werden, dass weder die "hohe Politik" noch studierte "Wirtschaftsexperten" von diesen Zusammenhängen auch nur die blasseste Ahnung haben. Kein "Verantwortlicher" kennt die Ursache sowie die Wirkung und folglich den wahren Zweck des Krieges ("Vater aller Dinge")!
 
Mose konnte noch nicht wissen, wie die Marktwirtschaft vom Privatkapitalismus zu befreien ist, aber die "Mutter aller Zivilisationsprobleme" war ihm schon bewusst. Heute steht das Wissen zur Verwirklichung der Natürlichen Wirtschaftsordnung (freie Marktwirtschaft ohne Kapitalismus = echte Soziale Marktwirtschaft) nicht erst seit Silvio Gesell zur Verfügung,...
 
...sondern schon seit Jesus von Nazareth,...
 
...während der "Normalbürger" gar nicht weiß, was der Privatkapitalismus eigentlich ist. Wie dumm muss also der "moderne" Mensch sein, der diese "banalsten Selbstverständlichkeiten" noch immer nicht verstanden hat? So dumm, dass er tatsächlich glaubt, Zinsen müssten wohl auf "Apfelbäumchen" wachsen und nicht durch die Mehrarbeit anderer:
 
Bis zum bevorstehenden, endgültigen Zusammenbruch des zivilisatorischen Mittelalters (Der Krieg konnte nur solange der "Vater aller Dinge" sein, wie es noch keine Atomwaffen gab!) sagt sich (fast) jeder: "Wenn alle anderen Idioten sind, habe ich das Recht, ebenfalls ein Idiot zu sein!" Dagegen ist natürlich nichts einzuwenden und ehrlicherweise muss man auch noch den Wenigen, die frühzeitig keine Idioten mehr sein wollen, die folgenden Warnungen mit auf den Weg geben:
 
Das vorausgeschickt, kann mit der Auferstehung begonnen werden, um nach drei Hauptmenüs, 14 Untermenüs mit etlichen PDF-Dateien und 36 ergänzenden Texten endlich "frei vom Glück der Knechte, erlöst von Göttern und Anbetungen, furchtlos und fürchterlich, groß und einsam" zu sein:
 
Stefan Wehmeier, 15.01.2017



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen