Donnerstag, 4. Mai 2017

Weißer und schwarzer Okkultismus


(NHC II,2,108) Jesus sagte: "Wer von meinem Mund trinken wird, wird werden wie ich; ich selbst werde er werden, und die verborgenen Dinge werden sich ihm offenbaren."
 
Religionen (Rückbindungen auf künstliche Archetypen im kollektiv Unbewussten) fallen unter den Oberbegriff Okkultismus (von lat. occultus: verborgen, verdeckt, geheim), und Okkultismus ist "nichts weiter" als die hohe Kunst der Geheimniskrämerei. Diese wirkt rein psychologisch; "übersinnliche" oder "überirdische" Phänomene gibt es dabei nicht, oder nur als Hirngespinste zur Verstärkung der psychologischen Wirkung. In früheren Zeiten konnten Religionen für die kulturelle Entwicklung der Menschheit förderlich (weißer Okkultismus) oder auch nur zur persönlichen Machtausübung und Bereicherung auf Kosten der Mehrarbeit anderer und damit für die kulturelle Entwicklung hinderlich (schwarzer Okkultismus) eingesetzt werden.
 
Für einen Okkultismus bedarf es einer Person oder kleineren Personengruppe (esoterischer Kreis, Verblender), welche die Geheimniskrämerei betreibt, und einer meist größeren Personengruppe (Verblendete), die davon betroffen ist. Die Verblendung besteht in einer Programmierung des Unterbewusstseins bzw. des kollektiv Unbewussten der Gruppe der Betroffenen, die nur durch das geheime Wissen im esoterischen Kreis modifiziert oder wieder aufgehoben werden kann. Ziel der Verblendung ist es, Macht über die Verblendeten auszuüben, die sich auch über einen längeren Zeitraum erstrecken und generationenübergreifend wirken kann. Dabei besteht die Gefahr, dass die Verblender selbst zu Verblendeten werden, wenn das geheime Wissen falsch überliefert, von einem degenerierten esoterischen Kreis nicht mehr verstanden wird oder auch ganz verloren geht. In einem solchen Fall wird der Okkultismus zu einem unkontrollierbaren Cargo-Kult, der erst dann zu beenden ist, wenn das verlorene Geheimwissen rekonstruiert werden kann. Erst im Nachhinein ist dann zu entscheiden, ob es sich um einen weißen oder schwarzen Okkultismus gehandelt hat.
 
Jesus von Nazareth setzte einen besonderen weißen Okkultismus (Gnosis = Kenntnis) in die Welt, der sie in Zukunft von allem Okkulten heilen und die ganze Menschheit in ein neues Zeitalter führen sollte. Die Gnosis wurde jedoch im 4. Jahrhundert vom Katholizismus vernichtet, der von vornherein als ein irrationaler Cargo-Kult entstand und der bis heute als denkbar schwärzester Okkultismus "den Einen unsterblichen Schandfleck der Menschheit" (Zitat: Friedrich Nietzsche) repräsentiert. Auch das hatte Jesus bereits mit einkalkuliert. Wären aber nicht im Jahr 1945 die Heiligen Schriften von Nag Hammadi (wieder-)gefunden worden, hätte unsereiner zwar die Bedeutung des Paradieses und der Erbsünde im Jahr 2007 dennoch (wieder-)erkannt, aber (nicht nur) das einleitende Zitat wäre nicht mehr zu lesen und nicht mehr zu rekonstruieren gewesen, und es wäre eine Vermutung geblieben und nicht zur Gewissheit geworden, dass Jesus von Nazareth die einzige Lösung zur Überwindung der Erbsünde (Erlösung) bereits gefunden hatte.
 
Bevor Sie weiterlesen, nehmen Sie sich bitte die Zeit für ein wirklich sehr gut gemachtes Video, auch wenn – oder gerade weil – es noch weit von dem Erkenntnisniveau entfernt ist, das am Ende dieses Artikels erreicht wird. Was am Anfang noch verstörend und in der Mitte verwirrend kompliziert und garantiert unlösbar erscheint, wird nach dem vollständigen Erkenntnisprozess der "Auferstehung aus dem geistigen Tod der Religion" wieder ganz einfach. Dafür muss man sich aber schon auf der Bewusstseinsebene des echten Jesus von Nazareth befinden, und bis dahin ist für alle, die sich bisher nur oberflächlich mit dieser hochinteressanten Thematik beschäftigt oder nur aus ganz verblendeten Quellen des Mainstreams etwas darüber gehört oder gelesen haben, die folgende, kurzweilige Videodokumentation über die Matrix-Filmtrilogie eine empfehlenswerte Einführung in die faszinierende Welt der Geheimniskrämerei:

https://youtu.be/RGkBxjBs3ZQ
 
Wer das Video bis zum Schluss aufmerksam verfolgt hat, wird zumindest eine gewisse Ahnung davon bekommen haben, dass "diese Welt" (das noch bestehende zivilisatorische Mittelalter) ganz anders, sehr viel komplexer, mysteriöser und lebensfeindlicher, aber zugleich auch wunderbarer und entwicklungsfähiger ist, als es sich beispielsweise ein Redakteur der ARD-tagesschau oder etwa ein Lehrer an einer staatlichen Hochschule vorzustellen vermag, von Politikern und Theologen ganz zu schweigen (wobei Ausnahmen wie immer die Regel bestätigen). Aber auch für die Matrix-Trilogie gilt, was Sir Arthur Charles Clarke (er wusste mehr, als er nach außen hin vorgab) im Vorwort zu "2001 – Odyssee im Weltraum" schrieb:
 
"But please remember: this is only a work of fiction. The truth, as always, will be far stranger."
 
Machtpolitische Sandkastenspiele und naive Kategorien wie "gut" oder "böse" bleiben nur für jene relevant, die sich selbst noch in der realen Matrix, dem "Programm Genesis", befinden und noch keine Vorstellung davon haben, wie die Neue Welt ohne Politik und Religion gestaltet sein wird. Auch muss an dieser Stelle betont werden, dass alle Intensivpatienten, die von irgendwelchen Verschwörungstheoretikern als "die da oben" oder "die wahren Mächtigen hinter den Kulissen" vermutet werden, sich ebenfalls in der realen Matrix befinden und wie alle kleinen Sesselfurzer, die noch gar nichts begriffen haben, keinerlei Einfluss auf die Gestaltung der Neuen Welt haben werden, sofern es über ihre ganz persönlichen Bedürfnisse hinausgeht. Ganz im Gegenteil sind "die da oben" bewusstseinsmäßig "die ganz unten". Wie Jesus schon sagte: "Die Ersten werden die Letzten sein!" Das hat nichts mit Schadenfreude zu tun, sondern ist lediglich eine nüchterne Feststellung. In einem Cargo-Kult (degenerierte Schriftreligion ohne esoterisches Wissen) ist die Gesellschaft bewusstseinsmäßig invertiert, d. h. je höher die "gesellschaftliche Position", desto weiter geht das Bewusstsein nicht gegen Null, sondern desto tiefer geht es unter Null!
 
Zur Zeit des Jesus von Nazareth war der das jüdische Volk beherrschende Okkultismus etwa seit einem halben Jahrtausend herrschaftslos, d. h. die "Pharisäer und Schriftgelehrten" (heute in etwa zu übersetzen mit "Politiker/Schweinepriester und Rechtsverdreher") waren komplett degeneriert, hatten alles esoterische Wissen über den Gott Jahwe, das Paradies und die Erbsünde längst verloren, und das "Programm Genesis" war schon damals zu einem irrationalen Cargo-Kult verkommen. Das Cargo des Kultes, die Thora (die fünf Bücher Mose im alten Testament), war aber im Kern noch unverfälscht erhalten, sodass Jesus das ursprüngliche esoterische Wissen rekonstruieren und das "Programm Genesis" nach seinen Wünschen umgestalten konnte:
 
Aus dem alten jüdischen Gott Jahwe machte Jesus den "Vater" eines neuen dreifaltigen Gottes (Vater / Sohn / heiliger Geist), dessen wahre Bedeutung er nur seinem Jünger Thomas verriet (siehe: Logion 13), dem Verfasser des Thomas-Evangeliums, des wahren Vermächtnisses des wahren Propheten, der damit allen Wahrheitssuchern der Nachwelt eine Aufgabe stellte:
 
(NHC III,5) Der Herr sagte: "Ihr habt alle Dinge verstanden, die ich euch gesagt habe, und ihr habt sie im Glauben angenommen. Wenn ihr sie erkannt habt, dann sind sie die Eurigen. Wenn nicht, dann sind sie nicht die Eurigen."
 
Aus dem alten Okkultismus, der die bis heute in Genesis_3 exakt umschriebene Erbsünde aus dem Begriffsvermögen des arbeitenden jüdischen Volkes ausgeblendet hatte, solange das Wissen noch nicht zur Verfügung stand, diese "Mutter aller Zivilisationsprobleme" zu überwinden, machte Jesus einen neuen weißen Okkultismus, der die einzige Lösung zur endgültigen Überwindung der Erbsünde bereits enthielt – und zwar im dreifaltigen Gott selbst. Dazu gleich mehr, jetzt lüften wir erst einmal das große Geheimnis des Gottes Jahwe, des Paradieses und der Erbsünde:
 
Genesis_2,4-9: 
Gott der HERR (Jahwe) = künstlicher Archetyp "Investor" 
Erde und Himmel = Angebot (Waren) und Nachfrage (Geld) 
Regen / Feuchtigkeit = Geldemission / Liquidität 
Lebendiger Mensch = selbständiger Unternehmer 
Garten Eden (Paradies) = freie (d. h. monopolfreie) Marktwirtschaft 
Früchte tragende Bäume = Gewinn bringende Unternehmungen 
Baum des Lebens (ez pri ose pri: "Baum, der Frucht ist und Frucht macht") = Geldkreislauf 
Baum der Erkenntnis (ez ose pri: "Baum, der Frucht macht") = Geldverleih 
Genesis_3,1-5: 
Frucht vom Baum der Erkenntnis = Urzins (S. Gesell) / Liquiditätsprämie (J. M. Keynes) 
Mann / Adam = Sachkapital / der mit eigenem Sachkapital arbeitende Kulturmensch 
Frau / Eva = Finanzkapital / der in neues Sachkapital investierende Kulturmensch 
Tiere auf dem Feld = angestellte Arbeiter ohne eigenes Kapital (Zinsverlierer) 
Schlange = Sparsamkeit (die Schlange erspart sich Arme und Beine) 
Tod = geistiger Tod durch religiöse Verblendung 
gut oder böse = egoistisch und gebildet oder selbstsüchtig und eingebildet 
Genesis_3,6-13: 
Erbsünde = Privatkapitalismus (Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz) 
"die Frau gab ihrem Mann von der Frucht" = Übertragung des Urzinses auf das Sachkapital 
"nackt" sein = mit eigener Arbeit Geld verdienen 
"bekleidet" sein = als Investor von der Arbeit anderer Zins erpressen (lat.: vestis = Kleidung) 
"als der Tag kühl geworden war" = Abkühlung der Konjunktur (beginnende Liquiditätsfalle) 
"unter den Bäumen im Garten verstecken" = so tun, als wäre der Zins Lohn für eigene Leistung 
"die Frau, die du mir zugesellt hast" = Abhängigkeit von zinsträchtiger Ersparnis 
Genesis_3,15: 
Nachkommen der Schlange / der Frau = Geldersparnisse / neue Sachkapitalien 
Kopf der Schlange = Kapitalmarktzins (Sachkapitalrendite) 
Genesis_3,22-24: 
"unsereiner" = die nichts anderes zu tun haben, als sich an der Mehrarbeit anderer zu bereichern 
Vertreibung aus dem Paradies = Verlust der Unterscheidungsfähigkeit zwischen Marktwirtschaft und Kapitalismus 
Cherubim = Denkblockaden
 
Wer nicht an einer staatlichen Universität in der realen Matrix die ganz hohe Kunst studiert hat, die Makroökonomie NICHT zu verstehen, sondern stattdessen das einzig relevante Grundlagenwerk "Die Natürliche Wirtschaftsordnung durch Freiland und Freigeld" gelesen hat, weiß jetzt, warum der Name Silvio Gesell in den Universitäten (Verdummungsanstalten) unbekannt blieb,...
 
…dass das "Programm Genesis" anfänglich ein weißer Okkultismus war,...
 
...warum der wahre "Himmel auf Erden" (Nachfrage äquivalent Angebot) alles übertreffen wird, was sich im tiefsten geistigen Tod des Katholizismus jemals darüber erträumen ließ,...
 
...und dass nicht Friedrich Nietzsche "Der Antichrist" war, sondern die ganze halbwegs zivilisierte Menschheit, die sich "christlich" nennt. Denn der Katholizismus war von vornherein ein Cargo-Kult, für den alle "verantwortlich" sind, die gesunden Egoismus einer krankhaften Selbstsucht opfern:
 
(NHC II,2,016) Vielleicht denken die Menschen, dass ich gekommen bin, um Frieden auf die Welt zu werfen, und sie wissen nicht, dass ich gekommen bin, um Spaltungen auf die Erde zu werfen, Feuer, Schwert, Krieg. Es werden nämlich fünf in einem Hause sein. Drei werden gegen zwei und zwei gegen drei sein, der Vater gegen den Sohn und der Sohn gegen den Vater. Und sie werden als Einzelne dastehen. 
(NHC II,2,030) Wo drei Götter sind, sind sie Götter; wo zwei oder einer sind, - ich bin mit ihm. 
(NHC II,2,044) Wer den Vater lästern wird, dem wird man vergeben; wer den Sohn lästern wird, dem wird man vergeben; wer aber den heiligen Geist lästern wird, dem wird man nicht vergeben, weder auf der Erde noch im Himmel. 
(NHC II,2,055) Wer nicht seinen Vater hasst und seine Mutter, wird mir nicht Jünger sein können. Und wer seine Brüder nicht hasst und seine Schwestern und nicht sein Kreuz trägt wie ich, wird meiner nicht würdig sein. 
(NHC II,2,105) Wer den Vater und die Mutter kennen wird, er wird Sohn der Hure genannt werden. 
(NHC II,2,106) Wenn ihr die zwei zu einem macht, werdet ihr Söhne des Menschen werden. Und wenn ihr sagt: "Berg, hebe dich hinweg!", wird er verschwinden.
 
Mutter (der Kultur) = Summe aller Ersparnisse 
Hure = Finanzkapital 
Brüder und Schwestern = Sach- und Finanzkapitalien mit eingeschränkter Konkurrenz 
Berg = Rentabilitätshürde des Urzinses 
Vater (der Kultur) = volkswirtschaftliches Kreditangebot 
Sohn = Kreditnachfrage für neue Sachkapitalien 
heiliger Geist = umlaufgesichertes Geld (heilig = gesichert; Geist = Geldumlauf)
 
Eine konstruktiv umlaufgesicherte Indexwährung und ein allgemeines Naturressourcen- und Bodennutzungsrecht (Freigeld und Freiland) waren vor 2000 Jahren so unvorstellbar (damals wie heute weniger in physisch-technischer, sondern viel mehr in metaphysischer Hinsicht), dass Jesus in seinem ersten Leben selbst als Römischer Kaiser außerstande gewesen wäre, die Natürliche Wirtschaftsordnung durchzusetzen. Also schuf er sich ein zweites Leben (bzw. die Fortsetzung seines Lebens) in der Zukunft, was aus seinem Bewusstseinsgrad heraus einfach war. Nur der selbstgewählte Märtyrertod, um in aller Erinnerung zu bleiben, war einigermaßen unangenehm.
 
Man muss dafür nicht an Seelenwanderungskram oder "Überirdisches" glauben. Zum besseren Verständnis sei der ausgezeichnete Roman "Ein Doppelleben im Kosmos" von Robert A. Heinlein empfohlen. Es geht um einen fähigen, aber am Anfang der Geschichte arbeitslosen Schauspieler, der die "Rolle seines Lebens" bekommt, einen totkranken Politiker zu doubeln. Um bei öffentlichen Auftritten überzeugend zu sein, muss sich der Schauspieler in alle nach außen hin wesentlichen Details der Lebensgeschichte des kranken Politikers hineinarbeiten. Der Politiker stirbt schließlich und der Schauspieler übernimmt vollständig dessen Identität und führt das Leben des Politiker mit Erfolg weiter. Interessante philosophische Frage: Wer ist hier gestorben? Da der Schauspieler sowieso nichts anderes konnte als ein guter Schauspieler zu sein und vorher arbeitslos war, tat er in der "Rolle seines Lebens" genau das, was er am besten konnte und wollte. Und da er wirklich gut in seinem Job war, konnte und wollte kein Außenstehender den Schauspieler vom "echten" Politiker unterscheiden. Es war allein seine eigene Entscheidung, wer er sein wollte, und er konnte auch kein anderer mehr sein als der erfolgreiche Politiker, der er nun war, weil er ansonsten alle Außenstehenden und "sich selbst" enttäuscht hätte.
 
Auch Robert A. Heinlein dachte noch politisch und hatte darum mit dem Denken, sofern es das menschliche Zusammenleben im weitesten Sinne betrifft, noch gar nicht angefangen,...
 
...denn nicht die Politik, sondern die Arbeitsteilung erhob den Menschen über den Tierzustand,...
 
...und solange der Mensch für seinen Lebensunterhalt arbeiten muss, bestimmt allein die Qualität der Makroökonomie sowohl den Grad der Zivilisiertheit als auch die Höhe der Moral:
 
Politik ist nur solange gefragt, wie die Makroökonomie noch fehlerhaft ist und die Fehlerhaftigkeit aufgrund der Religion verborgen bleibt. Ist der Fehler korrigiert, wird die Politik überflüssig:
 
Ist Akratie möglich? In der vorliegenden Schrift wird diese Frage bejaht. Die Anarchisten hatten sie ja schon immer bejaht. Da sie aber für die anarchische Gesellschaftsordnung, wie sie sich die Anarchisten vorzustellen pflegen, mit einer großen Mehrheit weitblickender Menschen rechnen müssen, indem hier sehr hoch auf altruistischen Grundmauern gebaut wird, konnte die Anarchie keinen Glauben bei all denen finden, die nüchternen Sinnes die Menschen in ihren Haupttrieben beobachten. 
    Die Natürliche Wirtschaftsordnung, wie ich sie als Voraussetzung für den Abbau des Staates fordere, stellt für ihren Bestand keine neuen Forderungen an den Menschen. Sie ist vollkommen unabhängig von der kulturellen Entwicklung der Völker. Sie nimmt die Menschen so, wie sie durch den langen kapitalistischen Auslesevorgang gezüchtet wurden, vertrackt, geschändet, heruntergewirtschaftet. Freilich, nach dem Satz, dass Mensch und Umwelt sich wechselseitig beeinflussen, wird der Mensch durch die von ihm zu schaffende Natürliche Wirtschaftsordnung selber wieder in hohem Grade umgestaltet werden; aber zum Bestand der akratischen Ordnung ist es nicht nötig, dass solche Umgestaltung des gestaltenden Menschen vorhergehe. 
    So stark der Einfluss des Kapitalismus auf die Auslese gewesen ist (er ist so stark gewesen, dass man mit gutem Grund von einer heutigen kapitalistischen Rasse sprechen kann), so stark wird auch wieder die Natürliche Wirtschaftsordnung die Auslese aus der Bahn der papiernen Vorrechte in die der angeborenen, vererbungsfähigen Vorzüge abdrängen. Es ist darum nicht ausgeschlossen, dass im Laufe der Jahrhunderte der Mensch wieder die Eigenschaften annehmen wird, die zum Ausbau eines Gemeinwesens nötig sind, wie es sich viele unter den heutigen Anhängern des Staatsgedankens als Ideal nebelhaft vorstellen. Jedoch wir haben nicht die Aufgabe, den künftigen Geschlechtern Gesetze vorzuschreiben. Für uns kommt es darauf an, wirtschaftliche Zustände und ein Gemeinwesen zu schaffen, die auf die heutigen Menschen zugeschnitten sind, die das Ich, das Fundament des Gemeinwesens, wieder zu seiner wahren Natur kommen lassen. Was dieser Mensch dann später tun wird, das ist seine Sache.
 
Silvio Gesell (1862 – 1930) kam ganz ohne das esoterische Wissen um die wahre Bedeutung des Paradieses und der Erbsünde (d. h. innerhalb der realen Matrix) zu dem gleichen Ergebnis wie Jesus von Nazareth. Bis an sein Lebensende konnte er nicht verstehen, warum (fast) alle anderen ihn nicht verstanden, obwohl die freie Marktwirtschaft ohne Privatkapitalismus "ja doch nur aus einer Reihe banalster Selbstverständlichkeiten besteht." Für geistig Tote, die die Marktwirtschaft für einen "Obstgarten" halten und die tatsächlich daran glauben, das leistungslose Kapitaleinkommen auf "Apfelbäumchen" wachsen und nicht durch die Mehrarbeit anderer, sind das aber keine Selbstverständlichkeiten, sondern ist ganz im Gegenteil das, was innerhalb der realen Matrix per definitionem_"Programm Genesis" am allerschwersten bis gar nicht zu verstehen ist. Es ist also unmöglich, innerhalb der realen Matrix die Natürliche Wirtschaftsordnung zu erklären, sondern es muss zuerst das "Programm Genesis" erklärt und damit wegerklärt sein, bevor die "banalsten Selbstverständlichkeiten" als das akzeptiert werden, was sie sind.
 
Bis zu ihrer kurz bevorstehenden Verwirklichung ist die Natürliche Wirtschaftsordnung eben nicht "vollkommen unabhängig von der kulturellen Entwicklung der Völker", weil die bisherige kulturelle Entwicklung aus dem Okkultismus heraus entstand. Die Natürliche Wirtschaftsordnung (echte Soziale Marktwirtschaft) kann die Menschen zwar genauso heruntergewirtschaftet und geschändet übernehmen, wie das zivilisatorische Mittelalter (Zinsgeld-Ökonomie) sie hinterlassen hat,...
 
...aber nicht so vertrackt, dass sie weiterhin auf etwas warten, das längst verwirklicht sein sollte:
 
In der idealen Makroökonomie werden nicht nur Politik und Religion überflüssig, sondern auch die Beschäftigung mit der Wirtschaft selbst. Denn mit dem, was reibungslos selbstregulativ funktioniert und automatisch zu allgemeinem Wohlstand, einer lebenswerten Umwelt und selbstverständlichem Weltfrieden führt, braucht sich kein Erwachsener mehr zu befassen:
 
"Von wenigen Ausnahmen abgesehen, beschränke ich mich auf einen einzigen Aspekt der Zukunft – auf ihre Technologie, nicht auf die Gesellschaft, die darauf basieren wird. Das ist keine so große Einengung, wie es zunächst erscheinen mag, denn die Wissenschaft wird die Zukunft noch mehr beherrschen, als dies schon gegenwärtig der Fall ist. Außerdem sind Voraussagen überhaupt nur auf diesem Gebiet möglich. Für die wissenschaftliche Extrapolation gelten immerhin einige allgemeingültige Gesetze, während das bei Politik und Wirtschaft nicht der Fall ist. 
    Ich glaube – und hoffe – auch, dass Politik und Wirtschaft in der Zukunft nicht mehr so wichtig sein werden wie in der Vergangenheit. Die Zeit wird kommen, wo die Mehrzahl unserer gegenwärtigen Kontroversen auf diesen Gebieten uns ebenso trivial oder bedeutungslos vorkommen werden wie die theologischen Debatten, an welche die besten Köpfe des Mittelalters ihre Kräfte verschwendeten. Politik und Wirtschaft befassen sich mit Macht und Wohlstand, und weder dem einen noch dem anderen sollte das Hauptinteresse oder gar das ausschließliche Interesse erwachsener, reifer Menschen gelten. … 
    Die Schaffung von Reichtum ist durchaus nichts Verachtenswertes, aber auf lange Sicht gibt es für den Menschen nur zwei lohnende Beschäftigungen: die Suche nach Wissen und die Schaffung von Schönheit. Das steht außer Diskussion – streiten kann man sich höchstens darüber, was von beidem wichtiger ist."
 
Arthur C. Clarke (Profile der Zukunft)
 
Die theologischen Debatten des Mittelalters sind damit zumindest in der Theorie beendet...
 
...und die halbwegs zivilisierte Menschheit kann zivilisiert und damit erwachsen werden:
 
Was noch fehlt, ist die praktische Durchführung der freiwirtschaftlichen Geld- und Bodenreform, zuerst in Deutschland, dann in Europa und dann in der ganzen Welt. Und wie alles in der Welt wird auch der eigentliche Beginn der menschlichen Zivilisation durch Nachfrage und Angebot bestimmt. Noch schläft die Nachfrage, aber sobald sie mit unaufhaltsamer Zwangsläufigkeit geweckt ist,...
 
...kann der Anbieter wieder ganz "ich selbst … werden" und wird sicher auch den Taler, den er seit 1984 Jahren einem dreimaligen Verleugner geliehen hat, angemessen verzinst zurückerhalten.
 

The Last In Line, 04.05.2017 


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