Dienstag, 12. November 2013

Macht oder Konkurrenz



"Wo Liebe ist und Weisheit, da ist weder Furcht noch Ungewissheit; wo Geduld und Demut, weder Zorn noch Aufregung; wo Armut und Freude, nicht Habsucht und Geiz; wo Ruhe und Besinnung, nicht Zerstreuung noch Haltlosigkeit."

Franz von Assisi (1181 - 1226)

Seit den ersten Anfängen der Kulturentwicklung vor 5 bis 10 Jahrtausenden ist die Menschheit in Herrscher und Beherrschte unterteilt; also in solche, die andere ausbeuten, ohne zu wissen, was Gerechtigkeit ist, und in solche, die ausgebeutet werden, ohne zu wissen, was Ungerechtigkeit ist. Wer berechtigterweise ein Problem damit hat, wird in "dieser Welt" nicht nur arm, sondern bettelarm – und entscheidet sich für eine Existenz als Bettelmönch, denn: "…lieber will noch der Mensch das Nichts wollen, als nicht wollen…" (Zitat: Friedrich Nietzsche). Sehr wahrscheinlich war auch Jesus in materieller Hinsicht ein armer Mensch; das heißt aber nicht, dass er "Solidarität mit den Armen" gepredigt hat, wie es so genannte "Befreiungstheologen" bis heute glauben:


Fünfhundert Seiten dummes Geschwätz, das sich in einem Satz zusammenfassen lässt: "Bitte, bitte, lieber Gott, mach uns alle solidarisch, damit wir das von allen Erarbeitete brüderlich teilen können." Damit hat der Moralverkäufer die vielen Armen, die sich nichts dabei denken, auf seiner Seite; in Wahrheit wird wieder nur das Folgende bewiesen:

"Die größte Tragödie in der Geschichte der Menschheit ist wohl die, dass die Moral von der Religion mit Beschlag belegt wurde."

Arthur C. Clarke

Der Moralverkäufer überträgt das Prinzip der Solidarität, das nur in der Familie oder in einer dörflichen Urgemeinschaft von bis zu 150 Mitmenschen funktioniert, auf eine Volkswirtschaft mit vielen Millionen Menschen, in der dieses Prinzip begreiflicherweise nicht funktioniert. Solange aber genügend Dumme glauben, eine "Moral" könne wichtiger sein als die Regeln der makroökonomischen Grundordnung, lässt sich das arbeitende Volk umso leichter ausbeuten! Die Tragödie ist umso tragischer, als dass sie schon seit Jesus von Nazareth, der kein Prediger, sondern ein Weiser war, zu beenden gewesen wäre:
 

Wahre Nächstenliebe (Eigennutz = Gemeinnutz) beseitigt die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen und damit auch Massenarmut und Krieg, führt zur klassenlosen Gesellschaft und zum eigentlichen Beginn der menschlichen Zivilisation. Wer aber noch an den "lieben Gott" glaubt, will stattdessen eine Moral verkaufen. Was ist das eigentlich?


Nichts weiter als irgendeine traditionelle Verhaltensweise. Wie soll sich der Mensch aber nun verhalten, damit ein harmonisches Zusammenleben sowohl untereinander als auch mit der Natur möglich wird? Darüber wird seit Jahrtausenden gestritten, und jeder Moralverkäufer glaubt eine "bessere" Moral zu verkaufen als andere Moralverkäufer. Der "Erfolg" sind heute in "Friedenszeiten" 30.000 verhungerte Kinder pro Tag, mit weiterhin steigender Tendenz, von den Umweltschäden ganz zu schweigen. Die einfache Wahrheit: Es gibt keine wie auch immer geartete Moral, die ein harmonisches Zusammenleben sowohl untereinander als auch mit der Natur von mehr als 150 Menschen ermöglicht, denn nur bis zu dieser Grenze können sich alle noch gegenseitig kennen. Bleibt aber die Arbeitsteilung auf 150 Menschen beschränkt, gibt es keine Weiterentwicklung. Darum verharrte der Homo sapiens über einen Zeitraum von etwa 150.000 Jahren auf dieser Stufe des Urkommunismus, der alles andere als ein "paradiesischer Zustand" ist, sondern nur das nackte Überleben.

Für eine kulturelle Weiterentwicklung muss die Arbeitsteilung auf deutlich mehr als 150 Menschen ausgeweitet werden. Dazu ist die Solidarität ungeeignet, denn niemand ist mit anderen solidarisch, die er nicht kennt. Die einzige Motivation und – weil in den Anfängen der Kulturentwicklung das Wissen noch fehlte – auch die einzige Möglichkeit für eine koordinierte Arbeitsteilung zwischen vielen tausend bis zu einigen Millionen war zunächst die Machtausübung des Menschen über andere Menschen oder Menschengruppen. Dazu erfand der Kulturmensch die Götter: durch Schöpfungsmythen im kollektiv Unbewussten einprogrammierte, künstliche Archetypen, um aus Menschen willige "Arbeitsameisen" (Untertanen) zu machen. Eine solche frühe Kultur, eine zentralistische Planwirtschaft noch ohne liquides Geld (Ursozialismus bzw. Staatskapitalismus), war z. B. das vorantike Ägypten der Pharaonen, in der der einfache Arbeiter noch kein selbständig denkender Mensch war, sondern ein beliebig austauschbarer Leibeigener des Pharao. Der einfache Arbeiter dachte sich aber nichts dabei, verrichtete die ihm zugewiesene Arbeit und ließ sich mit einem Häufchen Getreide pro Tag füttern, denn er hatte keine Vergleichsmöglichkeit. Aufgrund der Programmierung seines Unterbewusstseins war er nicht in der Lage, sich ein anderes und besseres Leben, das er hätte begehren können, überhaupt vorzustellen.

Das Bewusstsein des Menschen arbeitet mit Worten und Zahlen, das Unterbewusstsein mit Bildern und Metaphern. Das Unterbewusstsein lässt sich programmieren und damit der Kulturmensch durch selektive geistige Blindheit an eine noch fehlerhafte Makroökonomie anpassen, indem elementare makroökonomische Zusammenhänge mit archetypischen Bildern und Metaphern exakt umschrieben und diese dann mit falschen Assoziationen und Begriffen verknüpft werden, an die der Untertan glaubt. Der Glaube an die falschen Begriffe erzeugt eine geistige Verwirrung, die es dem Programmierten so gut wie unmöglich macht, die makroökonomische Grundordnung, in der er arbeitet, zu verstehen; noch weniger kann er über die Makroökonomie, die in den Grundzügen seine Existenz bestimmt, hinausdenken. Diese Technik, die in früheren Zeiten – etwa bis zum 6. vorchristlichen Jahrhundert – noch eine exakte Wissenschaft war und die nur von eingeweihten Oberpriestern betrieben werden durfte, nennt sich "geistige Beschneidung von Untertanen", bzw. Religion = Rückbindung auf künstliche Archetypen im kollektiv Unbewussten. Auch das, was heute "moderne Zivilisation" genannt wird, entstand aus der Religion:


"Im Anfang war das Wort", was bedeutet: Wer den Text nur gehört oder gelesen, aber ihn nicht verstanden hat, befindet sich im "Programm Genesis" und kommt nicht wieder heraus, bis er den Text verstanden hat. Dass der Text NICHT verstanden wird, ist die Aufgabe aller jüdischen, katholischen und islamischen Priester, auch wenn sie schon lange nicht mehr wissen, was sie tun (die katholischen und islamischen Priester wussten es nie, und die jüdischen Oberpriester etwa bis zum 6. vorchristlichen Jahrhundert). Denn es ist irrelevant, welchen Unsinn die Schweinepriester (seit die Religion schädlich ist, darf man das sagen) von sich geben; Hauptsache, die eigentliche, rein ökonomische Bedeutung des Textes bleibt im Verborgenen und damit die ganze halbwegs zivilisierte Menschheit im längst veralteten Programm. Wer hat etwas davon? Niemand. Außer, dass in "dieser Welt" ein nicht unerheblicher Teil der Bevölkerung mit eigentlich sinnfreien Tätigkeiten beschäftigt ist, die von den sinnvoll Beschäftigten mitbezahlt werden müssen. Doch die Einbildung, wir lebten in der "besten aller möglichen Welten", gehört bekanntlich zur so genannten Allgemeinbildung, in der die folgende Weisheit aber nicht vorkommt:

Diejenigen, die sagen: "Der Herr ist zuerst gestorben und dann auferstanden", sind im Irrtum. Denn er ist zuerst auferstanden und dann gestorben. Wenn jemand nicht zuerst die Auferstehung erwirbt, wird er sterben. 

(Nag Hammadi Library / Philippusevangelium / Spruch 21)

Den elementaren Erkenntnisprozess der "Auferstehung aus dem geistigen Tod der Religion", der zuerst dem Propheten Jesus von Nazareth gelang, als ein "Herausklettern des toten Jesus aus seinem Grab" zu verkaufen, ist schon mehr als abenteuerlich. Aber bis heute glauben ungezählte Millionen an diesen aberwitzigen Unsinn! Warum? Weil der religiös verblendete "Normalbürger" eine Heidenangst vor der Auferstehung hat, dem endgültigen Ausstieg aus dem "Programm Genesis". Nach dem Ausstieg muss er nämlich erkennen, dass er sich nicht in der "besten aller möglichen Welten" befindet, sondern ganz im Gegenteil in einer Welt der geistig Toten, vor der sich die Augen nun nicht mehr verschließen lassen:

Jesus sagte: Wer die Welt erkannt hat, hat einen Leichnam gefunden. Und wer einen Leichnam gefunden hat, dessen ist die Welt nicht würdig.

(Nag Hammadi Library / Thomas-Evangelium / Logion 56)

Die Programmierung des kollektiv Unbewussten mit dem künstlichen Archetyp Jahwe (Übergang vom Vielgottglauben zum Eingottglauben) befreite zwar einerseits die Menschheit aus der unbewussten Sklaverei des Ursozialismus, ließ aber andererseits dem bis heute unbewussten Kulturmenschen die systemische Ungerechtigkeit der Erbsünde nicht erkennen, aus der zwangsläufig alle Zivilisationsprobleme erwachsen, die sich überhaupt thematisieren lassen. Jesus erkannte die Erbsünde und fand als erster Denker in der bekannten Geschichte die einzige Lösung (Erlösung) zu ihrer Überwindung. Wo die Menschheit heute wäre, hätte die Moralverkaufs-Mafia der "heiligen katholischen Kirche" das größte Genie aller Zeiten nicht zu einem moralisierenden Wanderprediger degradiert und die originale Heilige Schrift des Urchristentums verbrannt, sprengt jedes Vorstellungsvermögen! Aber es ist nun mal passiert, und selbstverständlich agiert die schlimmste Verbrecher-Organisation der Welt nicht aus Bosheit, sondern aus purer Dummheit, sodass man ihr nicht einmal böse sein kann. Die Volksverdummung durch den Katholizismus (stellvertretend für alles, was sich heute "christlich" nennt) war so "erfolgreich", dass noch zwei Weltkriege stattfinden mussten, zwischenzeitlich ein Teil der Menschheit mit der Ersatzreligion des Marxismus wieder in den Staatskapitalismus zurückfiel, und heute die totale atomare Selbstvernichtung droht, während das konkrete Wissen zur endgültigen Überwindung von Massenarmut und Krieg schon seit über einem Jahrhundert erneut zur Verfügung steht:

"Wir wären weit, weit über den Kapitalismus hinaus (Kapitalismus = wirtschaftlicher Zustand, in dem die Nachfrage nach Geld und Realkapitalien das Angebot übertrifft und darum den Zins bedingt), wenn seit 3000 Jahren durch die Wirtschaftskrisen die Kultur nicht immer wieder die mühsam erklommenen Stufen heruntergestoßen worden wäre; wenn die bettelhafte Armut, in der jede Krise die Volksmassen hinterlässt, nicht die Bettlergesinnung großgezogen hätte, die nun einmal den Menschen, groß und klein, in den Knochen liegt. … Die Plage des Hungers und der Druck der Schulden sind böse Erzieher. …Und wo wären wir heute in wissenschaftlicher, technischer Beziehung angelangt, wenn die vielversprechende Kultur, die das Gold, obschon blutbefleckt, geraubt und erpresst, in Rom erstehen ließ, nicht unter einer anderthalbtausendjährigen, durch Geldmangel erzeugten ökonomischen Eiszeit erstarrt, vergletschert, vernichtet worden wäre? Sicherlich säßen wir jetzt auf dem Throne Gottes und ließen das All im Kreis an unserem Finger laufen."

(aus "Die neue Lehre vom Geld und Zins", 1911)

Silvio Gesell (1862 – 1930) konnte noch nicht wissen, dass die von ihm im Detail beschriebene Natürliche Wirtschaftsordnung (freie Marktwirtschaft ohne Kapitalismus) nicht nur der sprichwörtliche, sondern der tatsächliche "Himmel auf Erden" ist, denn die Heiligen Schriften von Nag Hammadi, die das zweifelsfrei beweisen, wurden erst 1945 entdeckt. Aus den vier biblischen Evangelien, die von Anfang an nur für den Moralverkauf erdichtet wurden, ist das nicht mehr zu erkennen. Umso erstaunlicher ist die Leistung des Silvio Gesell (die moderne Physik hat Einstein verstanden, aber die "moderne" VWL noch nicht Gesell), der wie Jesus von Nazareth die einzige Möglichkeit zur Überwindung der Erbsünde beschrieb, ohne aber zu wissen, was die Erbsünde ist, und ohne Gott erkannt zu haben:

"Und der Baum des ewigen Lebens, wie er in Erscheinung getreten ist durch den Willen Gottes, befindet sich im Norden des Paradieses, sodass er die Seelen der Reinen unsterblich mache, die hervorkommen werden aus den Gebilden der Armut zum Zeitpunkt der Vollendung des Äons. Die Farbe des Baumes des Lebens aber gleicht der Sonne. Und seine Zweige sind schön. Seine Blätter gleichen denen der Zypresse. Seine Frucht gleicht einem Bund von Weintrauben, wobei sie weiß ist. Seine Höhe geht hinauf bis in den Himmel.
     Und neben ihm befindet sich der Baum der Erkenntnis, wobei er die Kraft Gottes hat. Seine Herrlichkeit gleicht dem Mond, wenn er sehr leuchtet. Und seine Zweige sind schön. Seine Blätter gleichen Feigenblättern. Seine Frucht gleicht guten, appetitanregenden Datteln. Dieser nun befindet sich im Norden des Paradieses, sodass er die Seelen aus dem Schlaf der Dämonen erwecke, damit sie zum Baum des Lebens kommen und von seiner Frucht essen und so die Mächte und ihre Engel verurteilen."

(Nag Hammadi Library / Die Schrift ohne Titel / Über die Bäume des Paradieses)

Paradies = freie Marktwirtschaft
Früchte tragende Bäume = Gewinn bringende Unternehmungen
Baum des (ewigen) Lebens = Geldkreislauf
Baum der Erkenntnis = Geldverleih
Frucht vom Baum der Erkenntnis = Urzins
Gott = künstlicher Archetyp "Investor"

"Und Gott der HERR sprach: Siehe, der Mensch ist geworden wie unsereiner und weiß, was gut und böse ist."

(Lutherbibel 1984 / Genesis_3,22)

Seit er "aus dem Paradies vertrieben" wurde, d. h. aufgrund der Religion (Rückbindung auf den künstlichen Archetyp Jahwe) die Unterscheidungsfähigkeit zwischen Marktwirtschaft und Privatkapitalismus (Erbsünde) verloren hat, will also der Mensch den "großen Investor" spielen. Darum wurde die Natürliche Wirtschaftsordnung (echte Soziale Marktwirtschaft), in der allgemeiner Wohlstand auf höchstem technologischem Niveau, eine saubere Umwelt und der Weltfrieden selbstverständlich werden, bis heute nicht verwirklicht:


Der arme Franz von Assisi konnte nicht wissen, dass keine andere als die erstmalige Erkenntnis der Natürlichen Wirtschaftsordnung das Genie Jesus von Nazareth zur berühmtesten Persönlichkeit der Welt machte, auf der die planetare Zeitrechnung basiert. Aber jeder Tag, an dem heute 30.000 Kinder aufgrund der globalen Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz verhungern müssen, geht auf das Konto der Moralverkaufs-Mafia:


Wer – aus welchen vorgeschobenen Gründen auch immer – die Zusammenhänge nicht verstehen will, muss das spätestens am Jüngsten Tag (gesetzlich verbindliche Ankündigung der freiwirtschaftlichen Geld- und Bodenreform in der Bundesrepublik Deutschland) mit dem eigenen Gewissen vereinbaren. Eine schlimmere Strafe für diejenigen, die bis dahin gar nichts verstanden haben, ist kaum vorstellbar. Daher zum Abschluss für alle Moralverkäufer in aller Deutlichkeit: wahre Nächstenliebe = vollkommene marktwirtschaftliche Konkurrenz; das einzige Prinzip, das die Machtausübung von Menschen über andere Menschen eliminiert und eine absolut gerechte, langfristig sichere und maximal leistungsfähige Arbeitsteilung zwischen beliebig vielen und eigenverantwortlichen, freien Menschen ermöglicht:



Stefan Wehmeier, 12.11.2013


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